Preiskampf
Telekom Austria steht unter Druck

Die Telekom Austria leidet unter dem harten Preiskampf am Mobilfunkmarkt. Für 2013 erwartet der Anbieter 4,1 Milliarden Euro Umsatz. Doch das Betriebsergebnis im zweiten Quartal ist geschrumpft.
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WienDie Hoffnungen der Telekom Austria auf ein rasches Ende des erbitterten Preiskampfs in Österreich haben sich nicht erfüllt. Auch im zweiten Quartal musste der Konzern sein Mobilfunkgeschäft mit Gratishandys und Billigpaketen ankurbeln und verdiente dadurch weniger. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) schrumpfte um knapp zehn Prozent auf 330,3 Millionen Euro, der Umsatz ging um zwei Prozent auf 1,04 Milliarden Euro zurück. Baldige Besserung ist nicht in Sicht. "Die Zukunft wird sich vermutlich durchaus schwierig gestalten", sagte Firmenchef Hannes Ametsreiter am Montag. Daher habe die Telekom ihr Investitionsziel für das laufende Jahr auf 650 bis 700 Millionen Euro von zuvor 700 Millionen Euro zurückgeschraubt. An der Börse verlor die Aktie daraufhin knapp zwei Prozent an Wert.

Ob diese durchwachsenen Aussichten Großaktionär Carlos Slim zu einer raschen Komplettübernahme bewegen, ist fraglich. Am Freitag hatte die Telekom-Aktie um bis zu zehn Prozent zugelegt, nachdem Slim über sein mexikanisches Mobilfunkunternehmen America Movil eine 7,2 Milliarden Euro schwere Offerte für den niederländischen Konkurrenten KPN gelegt hatte. Bei beiden Firmen waren die Mexikaner im vergangenen Jahr eingestiegen. „Wir sehen diese Entwicklung und ich nehme an, dass der Kapitalmarkt hier Annahmen trifft und entsprechend seine Wetten platziert“, sagte Ametsreiter. „Wie weit das dann aber kommen wird oder nicht, das können wir Ihnen leider nicht sagen.“ Die Telekom könne sich auch deshalb nicht zu den Absichten Slims äußern, weil sie diese nicht im Detail kenne.

Auch wenn sich der Firmenchef mit Äußerungen zurückhält - Insider und Analysten erwarten früher oder später eine Übernahme des österreichischen Konzerns durch America Movil. Der Konzern würde dadurch seine Position in Zentral- und Osteuropa ausbauen, wo die Telekom bereits in Bulgarien, Weißrussland, Kroatien, Slowenien, Serbien und Mazedonien tätig ist. Ein kurzfristiges Übernahmeangebot erwarten die Experten jedoch nicht - auch weil Slim wohl nicht zwei Deals parallel stemmen möchte und der österreichische Staat ein Vetorecht besitzt.

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