Preissenkung
Gebühren für Mobilfunk und Festnetz sinken

Die Telekom muss ihre Gebühren senken. Nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur müssen Wettbewerber künftig weniger für die Netznutzung im Festnetz und Mobilfunk bezahlen. Doch wenn ihre Einnahmen sinken, könne sie künftig nicht mehr in moderne Netze investieren, argumentiert die Telekom.

DÜSSELDORF. Die Wettbewerber der Deutschen Telekom müssen künftig weniger für die letzten Meter Kabel bis in die Wohnzimmer ihrer Kunden zahlen. Die Bundesnetzagentur hat die Gebühren für die so genannte letzte Meile gesenkt. Auch im Mobilfunk reduzierte die Behörde die Gebühren, die sich die Wettbewerber gegenseitig für die Weiterleitung von Gesprächen berechnen dürfen.

Vor allem die Entscheidung über die letzte Meile war zuvor sehr umstritten. Sie bezeichnet die Meter Kabel bis in die Wohnzimmer der Kunden. Diese Strecke hat in der Regel nur die Telekom ausgebaut und vermietet sie zu einem regulierten Preis an ihre Konkurrenten. Die Bundesnetzagentur senkt den Preis von 10,50 Euro ab dem 1. April auf 10,20 Euro. Diese Höhe gilt zwei Jahre lang, dann wird erneut entschieden.

Die Deutsche Telekom hatte eine deutliche Anhebung dieser Miete verlangt und argumentiert, sie benötige zusätzliche Einnahmen, um den geplanten Ausbau von schnellen Glasfaserleitungen (VDSL) in ganz Deutschland zu finanzieren. Wettbewerber wie Telefónica waren dagegen Sturm gelaufen und hatten eine deutliche Senkung verlangt. Ihre Argumentation lief genau anders herum: Eine Senkungen der Kosten sei Voraussetzung dafür, dass sie die teuren VDSL-Netze bauen könnten.

Der Präsident der Bundesnetzagtentur, Matthias Kurth, beteuert, er habe sich von keiner Seite beeinflussen lassen. „Wir machen keine Politik“, sagte er dem Handelsblatt, „sondern rechnen sauber“. Seiner Entscheidung legt er die Kosten zugrunde, die für einen neuen Bau der letzten Meile anfallen würden. So würden Anreize für Investitionen in neuen Netze geschaffen.

Die Bundesregierung will bis 2018 auch die ländlichen Regionen an das superschnelle Glasfasernetz anschließen. Das kostet aber bis zu 50 Mrd. Euro. Die Telekom kritisierte die Entscheidung. „Die Deutsche Telekom sieht angesichts solcher Entscheidungen keine Grundlage mehr für den verstärkten Ausbau weißer Flecken“, sagte ein Sprecher. „Die Wettbewerber, die sich für einen Senkung stark gemacht haben, sind jetzt gefordert, Breitband im ländlichen Raum auszubauen.“

Die letzte Meile ist für die Telekom eine wichtige Einnahmequelle. Sie vermietet sie acht Millionen Mal in Deutschland und kassiert damit nach den neuen Preisen jährlich 979 Mio. Euro. Gemessen an einem bereinigten Nettogewinn von zuletzt 3,4 Mrd. Euro ist das ein erheblicher Anteil. Die nun beschlossene Senkung um 30 Cent kostet den Marktführer 30 Mio. Euro pro Jahr. „Das ist nichts, was für die Telekom die Welt verändert“, sagt Frank Rothauge von Sal. Oppenheim. „Relevant würde es ab einem Unterschied von 50 Cent.“ Der Bonner Riese hatte 2,40 Euro mehr gefordert.

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