Preissenkungen anvisiert
Telekom bastelt an Kombiprodukten

Die Verschmelzung von T-Online auf die Mutter Deutsche Telekom eröffnet dem Telekommunikationskonzern ganz neue Möglichkeiten. Kombiprodukte aus Festnetz-Telefon, Internet und Mobilfunk werden bereits entwickelt. Auch bei den Preisen tut sich was.

HB FRANKFURT. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke kündigte am Donnerstag an, mit der Integration des Breitbandgeschäfts in die Festnetzsparte T-Com verlorene Marktanteile zurückholen zu wollen. Die Integration werde sich noch über Monate hinziehen, sagte Telekom-Vorstand Walter Raizner. Mit einer Vereinheitlichung der Vertrags- und Service-Angebote von T-Com und T-Online rechnet Raizner ab dem vierten Quartal. Aus rechtlichen Gründen hätten die beiden Unternehmen vor dem jetzt erfolgten Vollzug der Fusion keine entsprechenden Vorbereitungen treffen können. In einem ersten Schritt will die Telekom aber bereits ab Juli Bündelangebote aus klassischer Telefonie und Gesprächen über das Internet (Voice over Internet Protocol oder kurz VoIP) vermarkten.

Nach Rickes Worten sollen die geplanten Kombiprodukte im Festnetz am Ende um eine Mobilfunkkomponente ergänzt werden .Damit sehe sich die Telekom gut aufgestellt gegenüber vergleichbaren Bestrebungen von Wettbewerbern. Der Vorstandsvorsitzende spielte damit auf das geplanten Zusammengehen von Telefonica und O2 oder von Vodafone und Arcor an.

Um den Umsatzverfall im Festnetzbereich aufzuhalten, will die Telekom mehr DSL-Anschlüsse selbst vertreiben, nachdem zuletzt der weitaus überwiegende Teil durch Wiederverkäufer in den Markt gekommen ist. Das Ziel will der Konzern auch über günstigere Tarife erreichen. Es werde „Zugeständnisse“ bei den Preisen geben, sagte der Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke. Die Telekom könne sich eine weitere Steigerung der Verluste bei den normalen Telefonanschlüssen nicht mehr leisten, betonte er.

Das jetzt mögliche enge gemeinsame Agieren mit T-Online soll dazu beitragen, die Abwanderung der Kunden zu stoppen. Allein im ersten Quartal gingen der Telekom 500 000 herkömmliche Festnetzanschlüsse verloren. Neben Bündelprodukten setzt die Telekom dabei auch auf organisatorische Vereinheitlichungen. So sollen die Kunden nur noch einen Ansprechpartner haben.

T-Online wird in dem von Vorstand Raizner geleiteten Geschäftsfeld „Breitband/Festnetz“ aufgehen, das künftig nur noch „T- Com“ heißen soll; das ist der Name der reinen Festnetzsparte. Raizner wird in Personalunion auch an der Spitze von T-Online stehen; der bisherige Chef Rainer Beaujean hatte seinen Hut genommen. Wie im Verschmelzungsvertrag vereinbart, soll es bei T-Online keinen Stellenabbau durch die Integration geben. Sitz der Sparte bleibt Darmstadt.

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