Preisverfall bei Navigationsgeräten: Marktführer Tom Tom will weiter kräftig wachsen

Preisverfall bei Navigationsgeräten
Marktführer Tom Tom will weiter kräftig wachsen

Die Preise für Navigationsgeräte werden 2007 weiter fallen. Das erklärte Harold Goddijn, CEO des Navigationsherstellers Tom Tom, im Gespräch mit Handelsblatt.com. Derzeit liegt der Durchschnittspreis bei 230 Euro. Da aber gleichzeitig die Nachfrage massiv steigen werde, ist Goddijn zuversichtlich, in diesem Jahr trotzdem eine Wachstumsrate von 40 Prozent zeigen zu können.

HB DÜSSELDORF. Der Absatz von Tom-Tom-Navigationsgeräten soll sich den Prognosen zufolge auf sieben bis acht Millionen Stück knapp verdoppeln. Allerdings wird der Umsatz nur unterproportional auf 1,6 bis 1,8 Mrd. Euro anziehen nach dem Rekordjahr 2006, in dem der Umsatz um 89 Prozent auf 1,36 Mrd. Euro sprang, so Goddjin. Den gesamten Navigationsmarkt in Europa und in den USA zusammen schätzt er für das laufende Jahr auf zusammen rund 18 Mill. Einheiten nach gut 9 Mill. in 2006.

Allerdings muss sich Europas Nummer eins den Kuchen mit immer mehr Wettbewerbern teilen. Neben Navigationsspezialisten wie Garmin, VDO Dayton oder Navigon drängen Konsumelektronik-Unternehmen wie etwa JVC oder Sony in den Markt. „Sony ist kein Konkurrent“, sagt Goddijn dazu. „Sie bringen jetzt die dritte Generation seit 2004 auf den Markt und der Marktanteil ist bei 2,5 Prozent - fallend.“

Auch Wettbewerber wie Nokia, die vor kurzem eine eigene Navigationssoftware gestartet haben, hält er nicht für echte Konkurrenten. „Mobiltelefone eigenen sich nur bedingt als Auto-Navigation“, sagt er. „Die Käufer verlangen nach großen Bildschirmen und Bedienelementen und guter Sprachqualität.“ Im Bereich der lokale Suche und der Umgebungsorientierung für Fußgänger werde sich das Mobiltelefon allerdings schon durchsetzen, ist sich Goddijn sicher. Der Smartphone-Hersteller RIM etwa wird in sein jüngstes Produkt Blackberry 8800 erstmals ein GPS-Satellitenmodul integrieren.

Quartalsgewinn gesteigert

Tom Tom hat den Gewinn im vierten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei auf 126 Mill. Euro gestiegen. Der Umsatz stieg um 35 Prozent auf 478 Millionen Euro. In den abgelaufenen drei Monaten wurden 1,9 Millionen Navigationsgeräte mit einem durchschnittlichen Stückpreis von 230 Euro abgesetzt. Befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 106 Millionen Euro und einem Umsatz von 491 Mill. Euro gerechnet. Gegen Mittag lag die Tom-Tom-Aktie in Amsterdam gut behauptet bei einem Kurs von 33,06 Euro.

Der harte Wettbewerb bei gleichzeitig fallenden Preisen hat bereits dazu geführt, dass sich erste Unternehmen wie Klicktel oder Philips wieder aus dem Markt zurückgezogen haben. Philips hatte erst im September 2006 angekündigt, Navigationsgeräte heraus bringen zu wollen. Die Pläne wurden aber noch vor Markteinführung stoppt. „Wir haben den Markt analysiert“, so ein Philips-Sprecher auf Anfrage von Handelsblatt.com. „Da die Produkte immer ähnlicher werden, findet der Wettbewerb fast nur noch über den Preis statt und zu Lasten der Margen. Das Thema ist für uns erst einmal erledigt.“

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%