Premiere-Aktie belastet
Kirch vermarktet die Bundesliga

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist zurück im Geschäft. Fünf Jahre nach der spektakulären Pleite seines Firmenimperiums Kirch Media übernimmt ein Unternehmen des 80-Jährigen künftig die Vermarktung der Fußball-Bundesliga.

MÜNCHEN. Am Dienstag teilte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit, die Kirch-Firma Sirius werde die TV-Rechte von 2009 bis 2015 vertreiben. Dabei garantiert Sirius den Clubs Einnahmen von drei Milliarden Euro. Die Kirch-Tochter wird die Rechte jedoch nur vermarkten und nicht selbst kaufen.

Die 36 Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga bekommen durch das Geschäft in jedem Fall mehr Geld. Derzeit kassieren sie pro Saison rund 440 Millionen Euro, künftig werden es mindestens 500 Millionen sein. Sollte bei der Vermarktung ein Überschuss erzielt werden, ist die DFL daran beteiligt. Zudem erhofft sich der Zusammenschluss der Proficlubs, dass sich mehr Bieter an der Ausschreibung beteiligen. „Für den deutschen Profi-Fußball ist dies ein großer Schritt in die Zukunft“, sagte Reinhard Rauball, der Präsident des Ligaverbandes. Kirch muss die Erlöse jede Saison mit einer Bankbürgschaft absichern.

Der Aktienkurs des Bezahlsenders Premiere ging wegen der Entscheidung am Dienstag in die Knie. Mit einem Minus von mehr als acht Prozent gehörte die Aktie zu den größten Verlierern im MDax. Die Investoren fürchten, dass Premiere jetzt mehr für die TV-Rechte zahlen muss. Auf die Bundesliga kann das Unternehmen nicht verzichten, weil sonst die Abonnentenzahlen zurückgehen.

Zudem hat die DFL beschlossen, die TV-Produktion in die Hand eines neuen Joint Ventures von DFL und Sirius zu legen, an dem die Kirch-Firma mit 51 Prozent der Anteile die Mehrheit halten soll. „Damit wird die journalistische Unabhängigkeit gewährleistet“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Dieses Produktionsunternehmen wird den Bezahlkanälen die Live-Übertragungen der Spiele künftig als komplett fertiges Sendeformat anbieten. Frei empfangbare Stationen wie die ARD und das DSF sollen dagegen weiter ihr eigenes Material produzieren.

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