Premiere-Kurs rutscht weiter ab
Telekom hält an Bundesliga fest

Telekom-Chef René Obermann will die Bundesliga auch künftig im Internet live übertragen. „Natürlich haben wir weiter Interesse an der Bundesliga und bereiten uns auf eine zweite Ausschreibung vor“, sagte eine Telekom-Sprecherin am Mittwoch dem Handelsblatt.

hps/jojo/lou BONN/MÜNCHEN. Der Bonner Konzern hatte vor knapp zwei Jahren erstmals die Rechte für eine Live-Übertragung der Spiele im Internet gekauft. Die Telekom will damit Kunden für ihre schnellen Breitbandangebote gewinnen, die neben Telefonieren und Surfen auch Fernsehen über das Internetprotokoll ermöglichen. Bisher hat sie für ihr TV-Angebot jedoch kaum Kunden gefunden. Zu einer möglichen Preiserhöhung als Folge der Rechte-Vermarktung durch die Kirch-Gruppe wollte sich die Telekom nicht äußern. „Wir werden aber intensiv prüfen, was unter dem Strich steht“, kündigte die Sprecherin an.

Die Übertragungsrechte für die drei Spielzeiten ab 2009 werden im kommenden Frühjahr vergeben. Experten gehen davon aus, dass die Internetrechte deutlich teurer werden als vor zwei Jahren. Die Telekom hatte rund 45 Mill. Euro pro Saison bezahlt.

Premiere unter Druck

Der Aktienkurs des Münchener TV-Konzerns Premiere ist am Mittwoch unterdessen erneut kräftig zurückgegangen. Mit einem Minus von rund zehn Prozent auf etwa 13 Euro waren die Papiere mit Abstand der größte Verlierer im MDax. Schon am Dienstag war der Kurs um mehr als acht Prozent in die Knie gegangen.

Auslöser des Absturzes ist eine Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL). Der Ligaverband hat sich am Dienstag entschlossen, seine TV-Rechte künftig vom Medienunternehmer Leo Kirch vermarkten zu lassen. Darüber hinaus wollen die 36 Clubs die Live-Bilder der Spiele zusammen mit Kirch von der übernächsten Saison an selbst produzieren und dann an unterschiedliche Abnehmer verkaufen.

Die DFL und Leo Kirch holen für die künftige Produktion kostenpflichtiger Bundesliga-Programme den ehemaligen Arena-Geschäftsführer Dejan Jocic an Bord. „Jocic wird unsere neue Produktionsfirma leiten“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert der Tageszeitung „Die Welt“. Kirchs Agentur Sirius und die DFL wollen ab der Saison 2009/10 ein fertiges Bundesliga-Programm für das Bezahlfernsehen anbieten. Die dafür gegründete gemeinsame Firma soll mehrheitlich zu Sirius gehören. Jocic kann bereits auf eine reiche Erfahrung im Fernsehgeschäft zurückblicken: Vor seinem Amt bei Arena war er Chef des Senders Pro Sieben.

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