Management und Anleger von Premiere
haben auf der Hauptversammlung den Einstieg von Rupert Murdochs Medienimperium News Corp
. begrüßt. Nun setzt sich der Pay-TV-Sender ehrgeizige Ziele.
Der Vorstandsvorsitzende des Fernsehsenders Premiere, Michael Börnicke, gibt sich auf der Hauptversammlung in München kämpferisch. Foto: dpa
HB MÜNCHEN. Premiere
will seine Erlöse und die Kundenzahl in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln. Der Umsatz solle auf zwei bis drei Mrd. Euro und die Kundenzahl auf bis zu zehn Mill. steigen, kündigte Vorstandschef Michael Börnicke am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München an. "Diese Ziele sind ambitioniert, aber wir werden sie erreichen."
Premiere
will sein Vorhaben mit dem Abschalten des analogen Fernsehens erreichen. Das müsse bis spätestens 2012 erfolgen, ergänzte Börnicke. Deutschland müsse Vorreiter in der digitalen Welt sein. Im vergangenen Jahr kam Premiere
auf einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro und mehr als vier Mill. Kunden.
Positiv wertete das Management den Einstieg des neuen Großaktionärs Rupert Murdoch und seines Medienimperiums News Corp
. "Dadurch haben wir mehr Chancen auf Wachstum und Profitabilität", so Börnicke. Aktionärsvertreter äußerten sich ähnlich: Seine Erfahrung werde sicherlich helfen, nicht zuletzt beim Einkauf von exklusiven Senderechten, sagte Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.
Murdoch hält mittlerweile eine Sperrminorität von gut 25 Prozent. Seitdem gibt es immer wieder Spekulationen, er wolle die Münchner vollständig übernehmen. Premiere
-Aktien stiegen deswegen am Donnerstag um fünf Prozent auf 14 Euro. Mitte November kosteten sie noch gut 9,50 Euro.
Die Ausstrahlungsrechte für das Zugpferd Bundesliga will sich Premiere
bis August sichern. "Mein Gefühl sagt mir, wir kriegen die Bundesliga", so Börnicke vor rund 200 Aktionären. Premiere
werde für alle Szenarien vorbereitet sein und bieten. Das Unternehmen solle keinem erhöhten Risiko ausgesetzt werden. Bei der Ausschreibung geht es um die Rechte von 2009 bis 2012. Premiere
erhofft sich auch mehr Exklusivität, vor allem durch einen späteren Sendeplatz für die ARD-Sportschau.
Die Bundesliga-Rechte vermarktet diesmal der Medienmogul Leo Kirch über seine Agentur Sirius. Bislang sind mehr als 200 Registrierungen eingegangen. Bei der letzten Ausschreibung war Premiere
dem Rivalen Arena unterlegen, hat die Bundesliga aber mittlerweile über eine Sublizenz wieder im Programm. Für die Champions League rechnet Börnicke in den nächsten Tagen mit dem Zuschlag für die Rechte 2009 bis 2012. Der DFB-Pokal ist bereits unter Dach und Fach.
Premiere
will bis Ende September zudem die Sicherheitslücke in der Verschlüsselung seines Programms geschlossen haben. "Und dann sehen wir gute Chancen zu wachsen und viele Piraten zu Kunden zu machen." Premiere
schätzt die Schwarzseher, die den Zugangscode geknackt haben, auf mehr als eine Million. "Nach dem Schließen der Sicherheitslücke erwarten wir bis zu 200 000 Neukunden aus diesem Potenzial im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009." Die Probleme hatten Premiere
zuletzt das Weihnachtsgeschäft vermiest sowie im ersten Quartal zu roten Zahlen geführt.

