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23.08.2007 
Neue Einnahmequelle

Pro Sieben investiert ins Netz

Immer mehr Jugendliche verbringen Zeit vor dem Computer, was auf Kosten des Fernsehens geht. Pro Sieben Sat 1 hat nun auf diesen Trend reagiert und die Übernahme der Internetseite „wer-weiss-was.de“ angekündigt. Mit diesem Schritt versucht Deutschlands größte Senderkette, neue Einnahmequellen zu erschließen – aus gutem Grund.

Die Werbeumsätze der TV-Kette Pro Sieben Sat 1 machen keine großen Sprünge mehr. Foto: APLupe

Die Werbeumsätze der TV-Kette Pro Sieben Sat 1 machen keine großen Sprünge mehr. Foto: AP

jojo MÜNCHEN. Die Senderkette Pro Sieben Sat 1 baut ihr Geschäft jenseits der klassischen Vermarktung von Werbezeiten. Am Mittwoch kündigte Deutschlands größte private TV-Station die Übernahme der Internetseite „wer-weiss-was.de“ an.

Derzeit erzielt Pro Sieben Sat 1 etwa 17 Prozent vom Umsatz außerhalb der TV-Werbung. Damit hat der Konzern sein eigenes Ziel von 15 Prozent bereits übertroffen. „Wir werden uns jetzt eine neue Messlatte setzen“, sagte Vorstandschef Guillaume de Posch. Allerdings ließ der Manager offen, welchen Wert er nun anstrebt.

Pro Sieben Sat 1 hat seine selbstgesetzte Vorgabe von 15 Prozent schneller als erwartet erreicht. Das liegt vor allem daran, dass das Unternehmen vor wenigen Wochen den Wettbewerber SBS Broadcasting übernommen hat. Das Unternehmen aus Amsterdam erzielt mehr Einnahmen außerhalb der TV-Werbung als Pro Sieben Sat 1.

Experten sind überzeugt, dass Pro Sieben Sat 1 mit dem Einstieg ins Internet genau den richtigen Weg geht. „Je jünger die Leute sind, desto mehr Zeit verbringen sie im Netz. Das geht auf Kosten des Fernsehens“, sagt Holger Laube vom Marktforscher TNS Infratest. Umfragen des Unternehmens haben gezeigt, dass Junge und Alte in Deutschland etwa gleich viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Allerdings nutzen die Jüngeren dabei öfter den Computer, viele Senioren hingegen sitzen fast nur vor dem Fernseher. Um trotzdem die ganze Bevölkerung zu erreichen, müssen die TV-Sender verstärkt in Internet-Seiten investieren.

Pro Sieben Sat 1 hat bis jetzt rund 100 Mill. Euro in die Hand genommen, um sich an Internet-Portalen zu beteiligen. Wie viel „wer-weiss-was.de“ gekostet hat, teilte die Firma nicht mit. Zum Portfolio gehören unter anderem „myvideo.de“, „wetter.com“ oder „lokalisten.de“. Darüber hinaus ist der Konzern durch den Quizsender Neun Live ins Transaktionsfernsehen eingestiegen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Konkurrenz schläft nicht.

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