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Pro Sieben mit skeptischem Ausblick

dpa-afx MÜNCHEN. Deutschlands größter TV-Konzern Prosiebensat.1 hat im ersten Quartal wegen des weiterhin schwachen Werbemarktes wie erwartet einen leichten Umsatzrückgang verbucht. Die Ergebnisse des Unternehmens lagen leicht über den Erwartungen der Analysten. Für das laufende Geschäftsjahr gab der Konzern jedoch einen skeptischen Ausblick auf die Entwicklung des Werbemarktes und kündigte weitere Einsparungen an. Die Aktie von Pro Sieben Sat.1 gab daraufhin am Morgen vor Beginn der Hauptversammlung um rund drei Prozent nach.

Die Erlöse seien zwischen Januar und Ende März von 436,3 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum auf 430,0 Mill. Euro gesunken, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in München mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem etwas stärkeren Rückgang auf durchschnittlich 428,6 Mill. Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um sieben Prozent auf 64,2 Mill. Euro gefallen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank von 60,4 auf 56,8 Mill. Euro. Der Gewinn vor Steuern (EBT) verbesserte sich hingegen um 8,3 Prozent auf 47,1 Mill. Euro. Auch der Überschuss erhöhte sich von 25,1 auf 28,7 Mill. Euro. Damit lag Prosiebensat.1 leicht über den Erwartungen der Experten.

Die Resonanz auf das Angebot der Sender habe sich zuletzt gut entwickelt, teilte der Konzern weiter mit. So sei im April in der werberelevanten Zuschauergruppe der 14-49-Jährigen der höchste Marktanteil der Unternehmensgeschichte verzeichnet worden. Vor allem neue Serien wie "Verliebt in Berlin" (Sat.1) oder "Desperate Housewives" (Prosieben) seien gut angekommen. Ein Quotenbringer bleibe auch die Übertragung der Uefa-Champions-League.

Pro Sieben und Sat.1 kämpfen jedoch weiter mit sinkenden Umsätzen und Ergebnissen. So fiel das Ergebnis vor Steuern bei Prosieben im ersten Quartal von 34,8 Mill. Euro im Vorjahr auf 25,9 Mill. Euro. Auch bei Sat.1 blieb vor Steuern mit 19,5 Mill. Euro weniger als im Vorjahr (23,7 Mio). Bei Kabel 1 und dem Nachrichtensender N24 zeigte der Trend hingegen nach oben. Umsatz und Gewinn verbesserten sich.

Der Umsatzrückgang sei auf die angespannte Lage im TV-Werbemarkt zurückzuführen, hieß es zur Begründung. Daher habe man weiter die Kosten gesenkt. Auch für das laufende Jahr kündigte das Unternehmen weitere Einsparungen in Höhe von mindestens 60 Mill. Euro an. Bislang war die Summe von rund 30 Mill. Euro genannt worden. Die Einsparungen würden allerdings überwiegend erst im zweiten Halbjahr zum Tragen kommen. 30 Mill. davon seien Ebitda-relevant.

Für das laufende Geschäftsjahr gab sich der Konzern angesichts der anhaltenden Flaute auf dem Werbemarkt zurückhaltend. Derzeit gebe es keine Anzeichen für eine Konjunkturbelebung, hieß es. Daher sei für 2005 mit einem Rückgang des TV-Werbevolumens von zwei Prozent zu rechnen. Prosiebensat.1 wolle jedoch auch unter diesen Voraussetzungen den Umsatz steigern und das Ergebnis verbessern. Dabei setzt der Konzern vor allem auf steigende Werbepreise und die kürzlich erfolgte Akquisition der Euvia Media AG.

Der Umsatz bewege sich im Rahmen der Erwartungen, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion. Die Ergebnisseite sehe etwas besser aus als angenommen. Allerdings gehe Prosiebensat.1 nun von einem Rückgang des Werbemarktes in 2005 aus, während das Unternehmen bislang eher mit einer Stagnation gerechnet habe. Dies sei eher negativ zu bewerten, zumal der Ausblick wenig konkret sei.

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