Pro Sieben Sat 1 glänzt mit Gewinnsteigerung
Fernsehbranche sieht noch keine Erholung des Werbemarktes

Kurz vor der angestrebten Übernahme durch den Printkonzern Axel Springer AG zeigt sich die Senderfamilie Pro Sieben Sat 1 in guter Verfassung. „Wir haben ein erfolgreiches erstes Halbjahr hinter uns“, sagte Pro-Sieben-Vorstandschef Guillaume de Posch.

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Deutschlands größte private Senderkette meldete für das erste Halbjahr einen Gewinnanstieg von 38 Prozent auf rund 100 Mill. Euro, bei einem nahezu konstant gebliebenen Umsatz von 937 Mill. Euro. Dass Pro Sieben Sat 1 in den ersten sechs Monaten so unerwartet gut abgeschnitten hat liegt vor allem am Finanzergebnis, das um 35 Mill. Euro besser ausfiel als im Vorjahr. Damit hat das Unternehmen die Analystenerwartungen übertroffen.

Die guten Zahlen können jedoch nicht über die anhaltende Krise im Werbegeschäft hinwegtäuschen. Denn nach wie vor bestreitet die Sendergruppe über 90 Prozent ihres Umsatzes mit Werbeeinnahmen. Und hier sieht es auf dem deutschen Markt nach wie vor finster aus. So sind die Einnahmen der Münchener aus TV-Spots im zweiten Quartal um 2,8 Prozent zurückgegangen, im ersten Quartal waren es gar 3,4 Prozent. Man habe mit einem „unerwartet schwierigen Werbemarkt“ zu kämpfen, sagte de Posch. Er geht für das Gesamtjahr von einem Rückgang des deutschen TV-Werbemarktes um zwei Prozent aus.

Konkurrent RTL ist noch pessimistischer. Die designierte Deutschlandchefin Anke Schäferkordt rechnet mit einem Rückgang des TV-Werbemarktes von drei bis vier Prozent netto. Auch kleine Sender glauben nicht an eine Erholung. „2005 ist ein schwieriges Jahr. Das Werbegeschäft ist hart“, sagte Rainer Hüther, Geschäftsführer des Deutschen Sportfernsehens (DSF), dem Handelsblatt. 2005 sei bereits das fünfte Jahr, in dem die Einnahmen aus dem Werbegeschäft für die Sender rückläufig wären. „Jährlich geht eine Summe in der Größenordnung des Umsatzes von RTL 2 verloren“, sagte zuletzt eine Fernsehmanagerin. Das waren 2004 knapp 210 Mill. Euro im Jahr.

Seite 1:

Fernsehbranche sieht noch keine Erholung des Werbemarktes

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%