Pro Sieben Sat 1
Kartellamt nimmt sich für Springer mehr Zeit

Der Medienkonzern Axel Springer („Bild“, „Welt“) hat bei seiner geplanten Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 Zeit gewonnen.

BERLIN/DÜSSELDORF. Springer bleibt rund ein Monat mehr Zeit, die Bedenken des Bundeskartellamtes auszuräumen. Ein Antrag auf Fristverlängerung sei am vergangenen Freitag gestellt und an diesem Montag genehmigt worden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Montagmorgen. Das Kartellamt bestätigte dies. Das Kartellamt will jetzt bis zum 20. Januar entscheiden. Ursprünglich hatte die Behörde bis zum 27. Dezember eine Entscheidung angekündigt.

Dass Europas größter Zeitungskonzern beim Bundeskartellamt auf eine Fristverlängerung um vier Wochen dringt, um eine endgültige Ablehnung der geplanten Fusion zu verhindern, hatte das Handelsblatt bereits zuvor aus Unternehmenskreisen erfahren. „Da die Medienkommission KEK wegen der von Springer geplanten Schaffung eines Programmbeirats für einen Fernsehsender voraussichtlich grünes Licht gibt, ist eine neue Sachlage entstanden, die auch das Bundeskartellamt berücksichtigen muss“, hieß es in Unternehmenskreisen. Dadurch werde eine unabhängige Kontrolle des Senders sichergestellt, um beispielsweise eine enge Kooperation des TV-Kanals mit Springer-Blättern zu verhindern.

Springer plant, die Sendergruppe – bestehend aus Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N 24 und Neun Live – mit dem Zeitungskonzern zu verschmelzen. Der Investorengruppe um den Hollywood-Milliardär Haim Saban will der Printkonzern für seine Anteile über 3 Mrd. Euro zahlen.

Unterstützung für Springer kommt aus Bayern. „Ich weise darauf hin, dass der Gesetzgeber durch die Novellierung des Wettbewerbsrechts das Bundeskartellamt und Landesmedienanstalten zur Zusammenarbeit verpflichtet hat“, sagte Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Medienanstalt, dem Handelsblatt. Deshalb sollte der Kompromiss auch Einfluss auf das Kartellamt haben. Die Gesprächsbereitschaft Springers könne vom Kartellamt nicht ignoriert werden.

Der Präsident des Bundeskartellamts Ulf Böge hatte am Freitag seine Ablehnung der geplanten Übernahme der Pro Sieben Sat 1 durch Springer bekräftigt. „Die starke Position von Springer würde durch die Übernahme von Pro Sieben Sat 1 noch verstärkt. Das geht kartellrechtlich nicht“, hatte Böge der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt.

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