Der Medienkonzern Pro Sieben
Sat 1 hat im zweiten Quartal wegen anhaltender Probleme beim Verkauf von Werbezeiten in Deutschland weniger Gewinn eingespielt.
HB MÜNCHEN. Der Überschuss sackte im zweiten Quartal um 31,8 Prozent auf 59,5 Mill. Euro ab, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 801,9 Mill. Euro zurück. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank auf vergleichbarer Basis nach der Übernahme der niederländisch-skandinavischen Senderkette SBS um 17 Prozent auf 203,7 Mill. Euro.
Befragte Analysten hatten die Zahlen sogar noch etwas schlechter erwartet. An der Börse notierte die die im MDax gelistete Aktie von Pro Sieben
Sat1 am Vormittag 4,5 Prozent im Minus. Das erste Halbjahr sei "nicht einfach" gewesen, räumte Konzernchef Guillaume de Posch ein. Im Startquartal hatte Pro Sieben
Sat1 sogar rote Zahlen geschrieben.
Im Gesamtjahr werde der operative Gewinn gegenüber dem vergleichbarem Vorjahresniveau stagnieren. "Wir müssen jedoch klar sagen, dass dieses Ergebnisziel mit Unsicherheiten behaftet ist", räumte de Posch ein. Die Entwicklung im Werbemarkt sei schlecht vorhersehbar. Mit SBS sei die Sendergruppe aber operativ und strategisch auf dem richtigen Weg, sagte de Posch, der den Konzern zum Jahresende verlässt.
Im zweiten Quartal hat den Angaben zufolge nur die Aufnahme der SBS-Zahlen in die ProSieben-Bilanz die Umsatzeinbußen im deutschsprachigen Fernsehgeschäft kompensiert. Die Senderkette, die vor allem in Osteuropa, Skandinavien und den Benelux-Ländern aktiv ist, steuerte 293 Mill. Euro Umsatz ein Ergebnis von 76,5 Mill. Euro bei.
Die frei empfangbaren deutschen Sender - Pro Sieben
, Sat.1, Kabel 1 und N24 - haben weiter Schwierigkeiten beim Verkauf von Werbezeiten nach dem neuen Vermarktungsmodell. Pro Sieben
Sat1 musste seine Praxis ändern, weil der Konzern - wie Konkurrent RTL - nach Ansicht des Bundeskartellamts große Kunden begünstigt hatte. Posch äußerte sich optimistisch, mit dem im Mai überarbeiteten Modell "im zweiten Halbjahr Marktanteile zurückzugewinnen".
Im Juni sei das Geschäft durch die Fußball-Europameisterschaft zusätzlich beeinträchtigt worden, die die Zuschauer an die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF fesselte. Im gesamten deutschsprachigen Raum gab der Umsatz im Quartal um 8,8 Prozent auf 452,3 Mill. Euro nach. Das sei nur teilweise durch Kosteneinsparungen aufgefangen worden. Das Ebitda brach im Kernsegment um 22 Prozent auf 115,8 Mill. Euro ein.

