Pro Sieben Sat.1
Mehr Gewinn und ein neuer Fernsehchef

Pro Sieben Sat.1 steigert Umsatz und Gewinn kräftig – vor allem das Online-Geschäft wächst stark. Der Fernsehkonzern will nun mehr Dividende zahlen. Und auch der Vorstand bekommt Zuwachs.

MünchenVor dem erhofften Aufstieg in den Leitindex Dax wartet ProSiebenSat.1 erneut mit starkem Wachstum auf. Besonders Zukäufe wie das Preisvergleichsportal Verivox und der Flugreise-Anbieter Etraveli trieben den Umsatz im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, wie der Fernsehkonzern am Donnerstag mitteilte.

Während die Erlöse der Digitalsparte um 39 Prozent auf 846 Millionen Euro kletterten, legten die hauptsächlich werbefinanzierten TV-Sender des Konzerns lediglich um 4,3 Prozent zu. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen erneut ein Umsatzplus von mehr als zehn Prozent. Die Nachrichten kamen an der Börse gut an: Die Aktie verteuerte sich um rund sechs Prozent.

Der operative Gewinn (Recurring Ebitda) stieg 2015 um 9,2 Prozent auf 926 Millionen Euro. Auch hier kam ein Großteil der Zuwächse aus dem Internet-Geschäft mit Videos, Online-Spielen und Shopping-Plattformen. „Mit der wertsteigernden Vernetzung unseres TV- und Digitalgeschäfts schaffen wir konsequent neues Wachstum“, sagte Vorstandschef Thomas Ebeling.

Mit dem Ausbau der Digitalsparte will er den Konzern unabhängiger von TV-Werbeerlösen machen. Für Beteiligungen an Internetplattformen zahlt ProSiebenSat.1 meist nur zweistellige Millionenbeträge und päppelt sie dann mit vergünstigten TV-Werbespots, so dass sie rasch einem Millionenpublikum bekanntwerden und dann stark wachsen.

Ungewöhnlich großzügig zeigte sich Ebeling bei den Übernahmen von Verivox und Etraveli, für die er jeweils rund 200 Millionen Euro springen ließ. Insgesamt gab ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr 553 Millionen Euro für Zukäufe aus, das war mehr als zunächst geplant. Im laufenden Jahr peilt der Manager wieder rund 500 Millionen Euro an.

Neben den Kaufpreisen fielen für die Einkaufstour durch die Digitalbranche auch hohe Nebenkosten etwa für Beratung an. Auch die Steuerlast fiel höher aus als ein Jahr zuvor. Das bremste das Gewinnwachstum: Der Überschuss stieg lediglich um 4,6 Prozent auf 391 Millionen Euro.

Hier hatten Branchenexperten deutlich mehr erhofft: Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Überschuss von 452 Millionen Euro gerechnet. Das Wachstum von Umsatz und Betriebsergebnis lag dagegen im Rahmen dessen, was von Marktteilnehmern erwartet und auch vom Vorstand in Aussicht gestellt worden war. Die kräftige Dividendenerhöhung um 20 Cent auf 1,80 Euro kam ebenfalls nicht überraschend.

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