Pro Sieben Sat.1 Mehr Gewinn und ein neuer Fernsehchef

Pro Sieben Sat.1 steigert Umsatz und Gewinn kräftig – vor allem das Online-Geschäft wächst stark. Der Fernsehkonzern will nun mehr Dividende zahlen. Und auch der Vorstand bekommt Zuwachs.
Update: 25.02.2016 - 09:28 Uhr
Der Fernsehkonzern steigert sich bei Umsatz und Gewinn. Quelle: Reuters
Pro Sieben Sat.1

Der Fernsehkonzern steigert sich bei Umsatz und Gewinn.

(Foto: Reuters)

MünchenVor dem erhofften Aufstieg in den Leitindex Dax wartet ProSiebenSat.1 erneut mit starkem Wachstum auf. Besonders Zukäufe wie das Preisvergleichsportal Verivox und der Flugreise-Anbieter Etraveli trieben den Umsatz im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, wie der Fernsehkonzern am Donnerstag mitteilte.

Während die Erlöse der Digitalsparte um 39 Prozent auf 846 Millionen Euro kletterten, legten die hauptsächlich werbefinanzierten TV-Sender des Konzerns lediglich um 4,3 Prozent zu. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen erneut ein Umsatzplus von mehr als zehn Prozent. Die Nachrichten kamen an der Börse gut an: Die Aktie verteuerte sich um rund sechs Prozent.

Der operative Gewinn (Recurring Ebitda) stieg 2015 um 9,2 Prozent auf 926 Millionen Euro. Auch hier kam ein Großteil der Zuwächse aus dem Internet-Geschäft mit Videos, Online-Spielen und Shopping-Plattformen. „Mit der wertsteigernden Vernetzung unseres TV- und Digitalgeschäfts schaffen wir konsequent neues Wachstum“, sagte Vorstandschef Thomas Ebeling.

Mit dem Ausbau der Digitalsparte will er den Konzern unabhängiger von TV-Werbeerlösen machen. Für Beteiligungen an Internetplattformen zahlt ProSiebenSat.1 meist nur zweistellige Millionenbeträge und päppelt sie dann mit vergünstigten TV-Werbespots, so dass sie rasch einem Millionenpublikum bekanntwerden und dann stark wachsen.

Ungewöhnlich großzügig zeigte sich Ebeling bei den Übernahmen von Verivox und Etraveli, für die er jeweils rund 200 Millionen Euro springen ließ. Insgesamt gab ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr 553 Millionen Euro für Zukäufe aus, das war mehr als zunächst geplant. Im laufenden Jahr peilt der Manager wieder rund 500 Millionen Euro an.

Diese Fernsehserien werden am häufigsten geklaut
Sherlock
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Die ursprünglich von Sir Arthur Conan Doyle geschriebenen Detektivgeschichten versetzen die Autoren Steven Moffat und Mark Gatiss in der BBC-Serie „Sherlock“ in einen modernen Kontext. Sie lassen Sherlock Holmes, gemeinsam mit seinem Assistenten Dr. Watson, im heutigen London ermitteln. Die Reihe hat treue Anhänger, doch einige Serienjunkies sehen es nicht ein, für das Krimivergnügen zu bezahlen. Allein für die Serie „Sherlock“ schätzen Insider den wirtschaftlichen Schaden auf rund 173,7 Millionen US-Dollar. Wer illegal die Serien herunterlädt, ist darüber hinaus zunehmend an höherer Qualität interessiert, wie „torrentfreak.com“ mitteilt. Die Experten der Spezialwebseite haben die am häufigsten geklauten Fernsehserien ermittelt. Die meisten illegalen Downloads seien allerdings immer noch in geringer Qualität von 480p – was einer Videokassette entspricht. Dennoch steige die Zahl der Serienanhänger, die unerlaubt Folgen im Internet herunterladen. Fachleute erwarten eine weitere Zunahme. Bei einigen Serien gebe es „torrentfreak.com“ zufolge derzeit schon mehr „Piraten“ als traditionelle Zuschauer.

Quelle: „Digital Media Unmonetized Demand and Peer-to-Peer File Sharing Report“ der Tru Optik Data Corp /Statistisches Bundesamt
Quelle: „torrentfreak.com“

Modern Family
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Die Comedy-Serie „Modern Family“ lief in den USA das erste Mal am 23. September 2009 bei ABC. Sie beschäftigt sich mit den Familien von Jay Pritchett, seines Sohns Mitchell Pritchett und seiner Tochter Claire Dunphy. Weil auch diese Serie sehr beliebt ist, laden sie Fans unerlaubt aus dem Internet herunter. Experten haben ermittelt, dass sich der wirtschaftliche Schaden für „Modern Family“ auf 183,6 Millionen Euro beläuft.

Arrow
3 von 10

Die Actionserie „Arrow“ handelt von Oliver Queen (gespielt von Stephen Amell), einem Milliardär und Großindustriellen, der seine Heimatstadt Starling City von Verbrechern befreien will. Deshalb nimmt er die Geheimidentität Arrow an und führt ein geheimes Doppelleben. Die Erstausstrahlung in den Vereinigten Staaten erfolgte 2012 beim Sender The CW und in Deutschland 2013 auf Vox. Wirtschaftlicher Schaden: 244,5 Millionen US-Dollar.

Orange is the New Black
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Die Webserie „Orange is the New Black“ von Jenji Kohan wird seit Juli 2013 von Netflix per Streaming veröffentlicht. Sie basiert auf dem Buch „Orange Is the New Black: My Year in a Women's Prison“ von Piper Kerman. In Deutschland ist die Serie seit dem 16. September 2014 ebenfalls über Netflix abrufbar. Wirtschaftlicher Schaden: 396,8 Millionen US-Dollar.

House of Cards
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Francis „Frank“ Underwood alias Kevin Spacey ist der kongeniale Hauptdarsteller der US-amerikanischen Fernsehserie „House of Cards“, die seit Februar 2013 in den USA von Netflix per Streaming veröffentlicht wird. Der Politthriller entstand als erweiterte US-Adaption der gleichnamigen BBC-Serie, die wiederum auf dem Roman „Ein Kartenhaus“ basiert. Wirtschaftlicher Schaden: 238,8 Millionen US-Dollar.

Suits
6 von 10

In der Anwaltsserie „Suits“ spielen Patrick J. Adams, Rick Hoffman und Gabriel Macht (von links) die Hauptrollen. Die Erstausstrahlung war am 23. Juni 2011 beim US-Kabelsender USA Network und die deutschsprachige Erstausstrahlung am 7. Januar 2013 bei Vox. Aufgrund illegaler Downloads summiert sich der wirtschaftliche Schaden für die Serie auf rund 192,3 Millionen US-Dollar.

Breaking Bad
7 von 10

Wie aus einem gewöhnlichen Bürger ein Schwerkrimineller wird, zeigt die US-Serie „Breaking Bad“. Die Premiere war am 20. Januar 2008. Hauptdarsteller ist Bryan Cranston, der für seine schauspielerische Leistung in der Rolle des Chemielehrers Walter White drei Emmys erhielt. Der wirtschaftliche Schaden soll Experten zufolge bei rund 4283,9 Millionen US-Dollar liegen.

Neben den Kaufpreisen fielen für die Einkaufstour durch die Digitalbranche auch hohe Nebenkosten etwa für Beratung an. Auch die Steuerlast fiel höher aus als ein Jahr zuvor. Das bremste das Gewinnwachstum: Der Überschuss stieg lediglich um 4,6 Prozent auf 391 Millionen Euro.

Hier hatten Branchenexperten deutlich mehr erhofft: Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Überschuss von 452 Millionen Euro gerechnet. Das Wachstum von Umsatz und Betriebsergebnis lag dagegen im Rahmen dessen, was von Marktteilnehmern erwartet und auch vom Vorstand in Aussicht gestellt worden war. Die kräftige Dividendenerhöhung um 20 Cent auf 1,80 Euro kam ebenfalls nicht überraschend.

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