Pro Sieben Sat1
Chronik: Die gescheiterte Übernahme durch Springer

Nur zwei Jahre nach der spektakulären Übernahme von Deutschlands größtem TV-Konzern Pro Sieben Sat1 durch den US-Milliardär Haim Saban hat sich der Springer-Verlag um das einstige Herzstück des zusammengebrochenen Kirch-Imperiums bemüht. Sechs Monate später hat der Verlag das Projekt aber wieder aufgegeben.

8. April 2002: Die Kirchgruppe stellt Insolvenzantrag für ihr Kerngeschäft, die Kirchmedia, zu der Pro Sieben Sat1 und der Rechtehandel gehören. Einen Monat später folgt als zweite Säule der Kirchgruppe die Bezahlsendersparte Kirchpaytv, am 12. Juni die Dachgesellschaft Taurusholding und die Kirchbeteiligungen.

17. Jun 2002i: Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Kirchmedia wird offiziell eröffnet. Damit kann der Bieterwettbewerb beginnen.

26. Juli 2002: Der Bauer-Verlag verbündet sich mit der Hypovereinsbank (HVB), dem Spiegel-Verlag und Springer in einem Bieter-Konsortium. Später bleibt nur die HVB als Partner Bauers.

30. Oktober 2002: Insolvenzverwalter und Kirchmedia-Geschäftsführung geben den Verkauf des Unternehmens an den Bauer-Verlag bekannt. Es müssten nur noch Details geklärt werden.

Januar 2003: Fernseh-Unternehmer Saban legt ein neues Angebot vor und verbündet sich mit dem französischen TV-Konzern TF1. Schließlich ist sein Angebot leicht höher als das Bauers.

12. März 2003: Bauer zieht sich aus dem Bieter-Wettbewerb zurück.

17. März 2003: Saban unterschreibt zunächst den Kaufvertrag für die TV- Senderkette Pro Sieben Sat1, zehn Tage später auch den für die Übernahme des Filmrechtehandels der Kirchmedia. Einige Wochen später treten Kirchmedia und Saban wegen offener Punkte von den Verträgen wieder zurück.

4. August 2003: Die Kirchmedia bestätigt ein neues Angebot Sabans für Pro Sieben Sat1. Unterstützt wird er von US-Finanzinvestoren.

9. August 2003: Die Kirchmedia Gmbh & Co. Kgaa teilt den Verkauf der von ihr gehaltenen Aktien an der Pro Sieben Sat1 an die Saban Capital Group Inc. (SCG) mit.

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