Pro Sieben Sat1-Übernahme: Intendanten plädieren für deutsche Lösung

Pro Sieben Sat1-Übernahme
Intendanten plädieren für deutsche Lösung

In der Debatte um den angestrebten Pro Sieben Sat1-Verkauf machen sich jetzt ausgerechnet die Intendanten der Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten für Springer stark. Fritz Pleitgen (WDR) und Markus Schächter (ZDF) fürchten eher die ausländischen Investoren.

HB HAMBURG/KÖLN/BERLIN. Sie sehen einem Engagement ausländischer Investoren skeptisch entgegen. Schächter sagte am Dienstag in Hamburg: „Die TV- Veranstalter aus dem eigenen Land sind mir lieber als die ausländischen Investoren, die ein globales Match spielen.“ Er bevorzuge eine nationale Lösung, auch um Nachteile für den Standort Deutschland abzuwenden.

Nach Ansicht Pleitgens sollte die Axel Springer AG für die Übernahme von ProSiebenSat.1 eine „faire Chance“ bekommen. Zwar könne Medienkonzentration ein Problem für die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft werden, sagte Pleitgen am Dienstag in Köln. „Aber ich sehe nicht das Abendland durch den Springer- Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner bedroht.“ Die Alternativen zu einer Übernahme der Sendergruppe durch Springer seien nicht alle wünschenswert für den deutschen Markt.

Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtete, Springer könne auf die Unterstützung der Politik hoffen. Der Chef der Bayerischen Staatskanzlei, Eberhard Sinner, räume dem Verlagshaus gute Chancen auf eine Sondergenehmigung (Ministererlaubnis) durch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (beide CSU) ein. „Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Position auch in der Koalition mit der SPD mehrheitsfähig machen können“, zitiert die Zeitung den Unionspolitiker.

Sinner warf dem Bundeskartellamt, das die Fernsehpläne von Springer voraussichtlich verbieten wird, demnach eine zu enge Betrachtung vor und forderte eine Liberalisierung des deutschen Kartellrechts. Die Axel Springer AG selbst hat sich bislang nicht festgelegt, ob sie nach dem erwarteten Veto des Kartellamts eine Sondergenehmigung bei Glos beantragen wird.

Seite 1:

Intendanten plädieren für deutsche Lösung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%