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Bieterkrimi um Olympia-TV-Rechte

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF müssen um die Übertagungsrechte für die Olympischen Spiele 2010 und 2012 bangen. Bereits jetzt zeichnet sich ein heftiger Bieterwettkampf ab.

HB HAMBURG. Damit wackelt ein seit 44 Jahren währendes Monopol. Wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Freitag die europäischen Fernsehrechte für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 und die Sommerspiele 2012 vergibt, könnte die Europäische Rundfunk-Union (EBU) und damit auch ARD und ZDF erstmals leer ausgehen. „Alles ist möglich“, sagt IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Das gilt besonders für den hart umkämpften deutschen Markt, wo sich das Privatfernsehen erstmals starke Hoffnungen macht.

Als Europa-Beauftragter des IOC für Fernsehen wird Bach in Lausanne zusammen mit Präsident Jacques Rogge unter Notar-Aufsicht die Umschläge mit den Angeboten öffnen. Die Bieterfrist endet am (morgigen) Donnerstag um 17.00 Uhr. Ist ein für das IOC befriedigendes, ganz Europa umfassendes Angebot darunter, könnte das IOC-Exekutivkomitee noch am Freitag eine Entscheidung treffen. Anderenfalls würde der Poker weitergehen.

Als Maßstäbe für die IOC-Akzeptanz gelten Schlüsselzahlen. Der US-Gigant NBC zahlt für die Rechte 2010 und 2012 zwei Mrd. Dollar oder 30 % mehr als für die Spiele 2006 (Turin) und 2008 (Peking). Turin und Peking sind der EBU 578 Mill. € wert. Selbst mit einer 30-Prozent-Steigerung dürfte die IOC-Führung kaum zufrieden sein. Bach sagt: „Ich gehe davon aus, dass der Abschluss mit Europa die sehr deutliche Lücke zu den US-Rechten zumindest teilweise schließt.“

Zugleich argumentiert das IOC mit Mehrwerten und den neuen technischen Möglichkeiten, die eine umfassendere Verwertung der Bilder möglich macht. So haben ARD und ZDF von 3800 produzierten Sendestunden von Olympischen Spielen bisher nur rund zehn Prozent für eigene Übertragungen genutzt. Die digitalen Möglichkeiten bieten die Voraussetzung für ein viel breiteres Angebot. Zudem versteigert das IOC erstmals die Rundfunkrechte extra und dazu in weiteren Paketen die Mobilfunk-Nutzung und die Bildrechte für Video/DVD.

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