Pro-Sieben-Übernahme
Springers Konkurrenz ist hellhörig geworden

Der Axel-Springer-Verlag lässt sich bis zur letzten Minute Zeit, um die Bedenken des Bundeskartellamts gegen die Übernahme der Fernsehsenderkette Pro Sieben Sat 1 zu zerstreuen. Dabei steht schon mindestens ein Interessent in den Startlöchern, um den Hamburgern ihre Neuerwerbung abzuluchsen.

HB BONN/BERLIN. Noch bis zum Donnerstagnachmittag war beim Bundeskartellamt keine Stellungnahme des Berliner Medienkonzerns eingegangenen, wie eine Sprecherin der Behörde in Bonn erklärte. Springer soll sich zu den vom Kartellamt vorgebrachten Bedenken gegen die Fusion äußern. Die Frist läuft am Donnerstag um 24 Uhr ab. Das Kartellamt muss bis 27. Dezember über die Übernahme entscheiden.

Eine Springer-Sprecherin versicherte allerdings, man werde sich an die vorgegebene Frist halten. Zum Inhalt der Stellungnahmen machte sie keine Angaben und verwies darauf, dass zunächst die Adressaten Gelegenheit zur Prüfung erhalten sollten.

Der größte europäische Zeitungsverlag will Pro Sieben Sat 1 für 2,5 Mrd. Euro vom US-Investor Haim Saban kaufen. Wegen der Marktmacht Springers hat jedoch das Bundeskartellamt eine eingehende Prüfung eingeleitet. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) nimmt darüber hinaus die Medienmacht des neuen Gebildes unter die Lupe. Springer gibt mit „Bild“ die größte deutsche Tageszeitung heraus und erreicht damit jeden Tag Millionen Leser. Eine führende Rolle nimmt der Verlag auch bei Publikums- und Programmzeitschriften ein. Darüber hinaus ist Springer an mehreren großen deutschen Privatradios beteiligt und betreibt Online-Angebote.

Sollte Springer bei Pro Sieben Sat 1 nicht zum Zuge kommen, könnte das französische TV-Unternehmen TF1 erneut seinen Hut in den Ring werfen. „TF1 verfolgt die Situation rund um mögliche Änderungen in der Kapitalstruktur von Pro Sieben Sat 1“, sagte ein TF1-Sprecher am Donnerstag. Die Pro Sieben Sat 1-Aktie weitete in der Folge ihre Gewinne aus und notierte zeitweise 3,9 Prozent im Plus bei 16,10 Euro.

Frankreichs führender Fernsehsender war einer der Bieter für Pro Sieben Sat 1 im Jahr 2003. Schließlich hatte aber der US-Medienunternehmer Haim Saban zusammen mit mehreren Finanzinvestoren den TV-Konzern von der insolventen Kirch-Gruppe erworben.

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