Pro-Sieben-Verkauf: Springer löst bei Analysten Rätselraten aus

Pro-Sieben-Verkauf
Springer löst bei Analysten Rätselraten aus

Die Zukunft von Pro Sieben Sat1 ist völlig offen. Springer setzt bei der angestrebten Übernahme nun alles auf eine Karte, die KEK signalisiert bereits Zustimmung für die abgespeckten Pläne des Verlagsriesen. Mancher hegt jedoch erhebliche betriebswirtschaftliche Zweifel.

HB BERLIN/FRANKFURT. Bisher kämpfte das Medienhaus um den Kauf der gesamten Pro Sieben Sat1-Gruppe. Nun will Springer ausgerechnet Pro Sieben, den Stammsender von Deutschlands größtem TV-Konzern, aus dem Übernahmepaket lösen und damit doch noch eine Erlaubnis für den Einstieg in das TV-Geschäft bekommen. Ob dieser Schachzug zum Ziel führt, ist fraglich.

Springer will Pro Sieben erst nach einer Übernahme der Gruppe verkaufen. Das Kartellamt fordert dagegen, dass das Medienhaus vor Vollzug des Geschäfts auf Pro Sieben verzichtet. Für diesen Fall müssten die Verhandlungen mit den Investoren um den Amerikaner Haim Saban neu aufgerollt werden. Die Wettbewerbshüter ließen durchblicken, dass eine an Bedingungen geknüpfte Zustimmung denkbar wäre. Demnach könnte die Übernahme von Sat1, Kabel eins, Neun Live und N24 wirksam werden, wenn Springer den Verkauf von Pro Sieben vollzieht. Es soll bereits mehrere Interessenten geben.

Der Verzicht auf Pro Sieben dürfte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner nicht leicht fallen. Monatelang hatte Springer mit der Medienfusionskontrolle KEK und dem Kartellamt um ein Gesamtpaket gestritten. Nun will Springer ausgerechnet den Geldbringer Pro Sieben aufgeben. Der Schritt löst bei Analysten Rätselraten aus. Zwar dürften die Zweifel der Behörden mit dem Angebot, theoretisch aus der Welt zu schaffen sein. Doch wie eine Trennung praktisch aussehen könnte - darüber herrscht Rätselraten. Pro Sieben und Sat1 sind eng verzahnt. N24 ist Nachrichtenlieferant für alle Sender des Konzerns, die Filmrechte liegen bei der Holding und in der Vermarktung von Werbezeit ziehen alle Kanäle an einem Strang.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie das laufen soll. Der Deal müsste komplett neu aufgedröselt werden“, sagte Analyst Florian Leinauer von der hessisch-thüringischen Landesbank Helaba. Mit einem Wegfall von Pro Sieben als profitabelsten Sender würde der gesamte Konzern erheblich an Attraktivität verlieren.

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