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10.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 16:37 Uhr 

Bergdolt sagte, die Dividende sei nur noch so zu erklären, „dass die Großaktionäre Geld brauchen“. Der Medienkonzern sei intransparent geworden: „Mir fehlen nicht nur Strategien, mir fehlen Zahlen, mir fehlen Fakten“, sagte die Aktionärsschützerin. Ein Kleinaktionär riet dem Aufsichtsratschef und Permira-Partner Götz Mäuser, sich die TV-Serie „Schuldnerberatung“ anzusehen.

Andere Kleinaktionäre kritisierten zudem den „desaströsen Aktienkurs“. Pro-Sieben-Sat-1-Aktien kosten derzeit weniger als neun Euro, Anfang Juli 2007 waren es noch mehr als 30 Euro gewesen.

Posch sagte, trotz roter Zahlen im ersten Quartal wolle Pro Sieben Sat 1 das Vorjahresergebnis übertreffen. Der Konzern habe zwar auch im zweiten Quartal Einbußen im deutschen TV-Markt. „Die Delle des ersten Halbjahres in unserem deutschen Werbegeschäft werden wir nicht ganz ausgleichen können“, sagte Posch. Aber wegen der wachsenden Werbemärkte im Ausland gehe er davon aus, „dass die Gruppe im Gesamtjahr Umsatz und Ergebnis steigern wird“.

Die sinkende Nachfrage nach Werbezeiten und die Quotenschwäche des Senders Sat 1 hatten dem Konzern im ersten Quartal einen Umsatzrückgang auf 729 Mill. Euro, einen Vorsteuerverlust von 8,5 Mill. Euro und einen Kurseinbruch um 25 Prozent beschert. Inzwischen habe Sat.1 aber bei den Marktanteilen den größten Sprung nach vorn gemacht, sagte Posch: „Sat 1 ist kein Sorgenkind mehr“.

Um die Schulden zu verringern, prüft die Sendergruppe en Verkauf von Aktivitäten in Skandinavien und den Niederlanden. Diese Teile gehörten nicht zum Kerngeschäft, sagte Lanz. „Dazu zählen die unter der Marke C-More in Skandinavien betriebenen Pay-TV-Sender sowie das niederländische Verlags- und Druckunternehmen Veronica, das unter anderem die TV-Zeitschrift Veronica herausbringt, den Marktführer im Bereich Programmzeitschriften in Holland.“ Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Sat 1, eine der Kernmarken der Gruppe, für den sich der Münchner Pay-TV-Sender Premiere interessiert, stehe aber nicht zum Verkauf, so Lanz.

Kräftig ausbauen will Pro Sieben Sat 1 seine Internet-Angebote: „Wir wollen führend in der Online-Welt sein“, sagte Posch. Mit dem Video-Abruf-Portal Maxdome und My Video sei der Konzern in einer guten Startposition. Schon 17 Prozent des Jahresumsatzes von 2,7 Mrd. Euro stammten aus Internet-, Radio- und Pay-TV-Angeboten.

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