Produktionsprobleme der Playstation 3
Sony und Microsoft verkaufen neue Konsolen mit Verlust

Einzelhändler und Marktbeobachter sorgen sich nach der erneuten Verzögerung um den Markterfolg der Playstation 3 (PS 3). Hersteller Sony hatte am Mittwoch angekündigt, in Europa werde die Spielekonsole nicht wie geplant im November, sondern erst im März erscheinen.

DÜSSELDORF. Wichtige Kunden zeigten sich von den Nachrichten aus Japan erbost. „Wir haben an den Release der Playstation 3 sowieso nicht geglaubt, deshalb müssen wir jetzt auch nicht umplanen“, sagt Jacqueline Ehrenfeld, die deutsche Einkaufsleiterin des Spielehändlers Gamestop. „Und es würde mich wundern, wenn es in Deutschland eine einzige Bestellung für PS3-Spiele gibt.“

Gamestop ist mit 4 000 Läden und 3,5 Mrd. Dollar Jahresumsatz die größte Spielehandelskette weltweit. Die Skepsis der Einkaufsleiterin teilen andere Händlern und Analysten. „Es wäre schon nett gewesen, wenn Sony seine Kunden und Geschäftspartner frühzeitig informiert hätte“, sagt Paul Jackson vom Marktforschungsinstitut Forrester Research. „Jeder Händler, der sich auf die Versprechungen von Sony eingelassen hätte, würde beim Weihnachtsgeschäft im Regen stehen.“

Der verschobene Star der Playstation 3 wird die Ressourcen des japanischen Konzern extrem strapazieren. Allein die Entwicklung des leistungsstarken Cell-Prozessors für die Konsole hat nach Analystenschätzungen 1,7 Mrd. Dollar verschlungen. Doch obwohl Sony für seine Konsole 699 Euro verlangt, den höchsten Preis für eine Spielkonsole aller Zeiten, legt das Unternehmen bei jedem Gerät einen erheblichen Betrag drauf.

„So funktioniert das Geschäft“, sagt Stephan Brechtmann, der Chef der deutschen Spielesparte von Microsoft, Sonys größtem Konkurrenten. Auch Microsoft gibt offen zu, dass es seine neue Spielkonsole X-Box 360 mit Verlust verkauft. Sie wird in den USA zu 399 Dollar angeboten, nach Schätzungen von Analysten betragen die Herstellungskosten 525 Dollar. Die Verluste können nur reduziert werden, indem möglichst schnell möglichst viele Geräte hergestellt werden und so die Stückkosten sinken. Brechtmann: „Wir rechnen damit, dass wir den Break-even in spätestens 18 Monaten erreichen.“

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