Profi-Nutzer fühlen sich angesichts der steigenden Bedeutung des Musikgeschäfts vernachlässigt
Unter den Firmenkunden von Apple wächst der Unmut

Apple ist wieder da. Dank des Musikabspielers iPod und der Musik-Plattform iTunes ist der Computerkonzern in aller Munde. Doch während sich Apple-Chef Steve Jobs im Erfolg sonnt, wächst der Unmut der Firmenkunden. Sie fühlen sich angesichts der steigenden Bedeutung des Endverbrauchers vernachlässigt.

FRANKFURT/M. „Mit der ganzen Euphorie um den iPod und iTunes droht Apple ein wenig die wichtigen Firmenkunden aus den Augen zu verlieren“, warnt Klaus Weinmann, der Vorstandsvorsitzende der Cancom AG. Cancom ist der größte europäische Apple-Distributor. So verunsichern die Schlagzeilen die Firmenkunden etwa bei ihren Investitionsentscheidungen. Das bestätigt Uwe Laube, Inhaber der Agentur Editorialkonzepte & Design in der Nähe von Frankfurt. Erst vor wenigen Tagen hat er bei Apple nachbestellt. „Ich habe darüber nachgedacht, mit der gesamten Plattform auf Windows zu gehen. Schließlich weiß man ja nicht, wie es mit Apple weitergeht. Es sieht so aus, als ob sie sich ausschließlich in Richtung Endverbraucher entwickeln“, sagt er.

Georg Albrecht von Apple Deutschland weiß um die Probleme. „Diese Kritik ist uns natürlich bekannt, und der erste Eindruck, den man gerade durch einen Blick in die aktuelle Presse bekommt, kann auch zu solchen Annahmen führen“, räumt er ein. Gleichzeitig betont er aber das „große Bekenntnis von Apple zu den professionellen Märkten“. „Der Print und Publishing-Bereich ist für Apple in Deutschland ein Kerngeschäft“, stellt er klar.

Doch viele Apple-Händler bleiben skeptisch. „Steve Jobs müsste sich mehr um seine Kunden kümmern. Wenn er in Deutschland ist, weiß das niemand. Sich mal bei den wichtigen Großkunden zeigen, ist kein großer Zeitaufwand. Das macht Steve Ballmer von Microsoft anders“, schreibt Weinmann dem Apple-Chef ins Stammbuch. So habe Apple zum Beispiel den Großkundenrabatt gestrichen und sichere bei der Garantie den Professionals nur die vorgeschriebenen zwölf Monate zu. „Meine Kunden wollen aber drei Jahre. Damit wird die Gewährleistung auf den Schultern der Händler ausgetragen“, sagt Weinmann. „Es fehlt das Gefühl für das Account-Geschäft“, bestätigt ein anderer Händler aus dem Frankfurter Raum, der nicht genannt werden will.

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