Prognose exakt getroffen
Cisco enttäuscht Investoren

Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco hat seinen Gewinn im vierten Geschäftsquartal zwar wie erwartet erhöht. Doch übertraf der in San Jose im US-Bundesstaat Kalifornien ansässige Konzern - anders als in den Vorquartalen - die Prognosen der Analysten nicht.

Reuters CHICAGO. Der Aktienkurs brach nachbörslich zeitweise um mehr als 6 % ein und erholte sich erst nach der Umsatzprognose für das laufende Quartal. Cisco-Chef John Chambers äußerte sich vor Analysten „vorsichtig optimistisch“ über die weitere Wirtschaftsentwicklung und kündigte für das erste Quartal leicht höhere Umsätze an.

„Für mich bedeutet das, dass sie sie (die Prognose) verpasst haben, da sie sie (die Prognose) normalerweise um einen Penny übertreffen“, erklärte Shawn Campbell von Campbell Asset Management. Der Konzern, der seinen Umsatz zu 80 % bei Firmenkunden generiert, hatte zuvor bekannt gegeben, dass er trotz der Kaufzurückhaltung der Unternehmen seinen Marktanteil bei zugleich sinkenden Umsätzen erhöht hat.

Gewinn um 27 Prozent gesteigert

Der Nettogewinn sei im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres 2002/03 (zum 26. Juli) um 27 % auf 982 Mill. Dollar oder 14 Cent je Aktie nach 772 Mill. Dollar oder zehn Cent je Aktie im Vorjahr gestiegen, teilte der Konzern mit. Der Umsatz sei gegenüber dem Vergleichsquartal vom Vorjahr um 2,6 % auf netto 4,7 Mrd. Dollar gesunken. Verglichen mit dem Vorquartal, als Cisco 4,62 Mrd. Dollar umgesetzt hatte, zogen die Erlöse aber leicht an. Von Reuters Research befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 4,68 Mrd. Dollar erwartet. Für das Gesamtjahr nannte Cisco einen Netto-Umsatz von 18,878 (Vorjahr 18,915) Mrd. Dollar. Der Reingewinn wurde - nach GAAP-Rechnung - auf 3,6 Mrd. Dollar oder 0,50 Dollar je Aktie von 1,9 Mrd. Dollar oder 0,25 Dollar je Aktie gesteigert. In der Proforma-Rechnung ergab sich ein Gewinn über 4,3 (2,9) Mrd. Dollar.

Cisco-Chef John Chambers erklärte vor Analysten nach der Bekanntgabe des Quartalsergebnisses: „Wir sehen einige sehr frühe Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Erholung an Dynamik gewinnt.“ Dennoch bleibe die Entwicklung aber noch schwach.

Zuzvor drei Spitzenquartale ausgewiesen

Vor Einmalposten erzielte Cisco einen Gewinn je Aktie von 15 Cent und damit exakt so viel wie von Analysten im Durchschnitt prognostiziert. Einige hatten aber auf 16 Cent je Aktie gehofft.

Für das laufende Quartal sagte Cisco-Finanzvorstand Dennis Powell bei einer Analystenkonferenz einen Umsatzanstieg gegenüber dem vierten Quartal von zwei bis vier Prozent auf 4,8 bis 4,9 Mrd. Dollar voraus. Laut Reuters Research wird an der Wall Street für das erste Quartal im laufenden Geschäftsjahr 2003/04 mit einem Umsatz von 4,81 Mrd. Dollar gerechnet.

Cisco-Chef Chambers hatte im Mai erklärt, das Unternehmen werde im vierten Quartal voraussichtlich so viel umsetzen können wie im Vorquartal. Zugleich hatte er auf Nachfrage aber auch erklärt, dass die Erlöse auch besser ausfallen könnten. Cisco hatte in den drei vorangegangenen Geschäftsquartalen seine besten Ergebnisse vorgelegt. Der kleinere Wettbewerber Juniper Networds hatte vor kurzem für das dritte Quartal einen kaum veränderten Umsatz prognostiziert, was die Wall Street positiv überrascht hatte.

Die Netzwerkausrüster haben vor allem mit der Zurückhaltung ihrer Firmenkunden zu kämpfen, die angesichts der weiterhin schwachen Konjunkturentwicklung ihre Ausgaben stark kontrollieren. In der Telekom-Branche, die etwa 20 % zum Umsatz bei Cisco beiträgt, ist die Nachfrage seit gut zwei Jahren dramatisch gesunken.

Die Cisco-Aktien waren während des regulären Handels um 2 % auf 18,86 Dollar gefallen, und damit weniger stark als der Gesamtmarkt. Der Nasdaq-Index hatte 2,4 % an Wert verloren. Nachbörslich brachen die Aktien allerdings zeitweise bis auf 17,68 Dollar ein, ehe sie sich auf rund 17,92 Dollar im Sog der Prognosen zum ersten Quartal erholten.

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