ProSiebenSat.1-Kauf durch Springer
Kartellamt fürchtet Verstärkung des „wettbewerbslosen Duopols“

Das Bundeskartellamt hat am Montag seine Ablehnung der geplanten Übernahme des führenden deutschen TV-Unternehmens ProSiebenSat.1 durch den Springer-Konzern im Detail begründet. Auf dem Fernsehwerbemarkt, dem Lesermarkt für Straßenverkaufszeitungen sowie dem bundesweiten Anzeigenmarkt für Zeitungen würde die Fusion „nach derzeitiger Erkenntnis zu einer nach dem Kartellrecht nicht genehmigungsfähigen Marktmacht führen“, erklärte Kartellamtspräsident Ulf Böge in Bonn.

HB BONN. Nach dieser so genannten Abmahnung haben die am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen Gelegenheit, zu den Darlegungen des Kartellamts innerhalb von drei Wochen Stellung zu nehmen. Das Amt will unter Berücksichtigung dieser Stellungnahmen fristgemäß vor Jahresende endgültig entscheiden.

Springer-Chef Mathias Döpfner hatte bereits erklärt: „Wir haben gute Argumente und sind zuversichtlich, in den weiteren Gesprächen mit dem Bundeskartellamt eine Genehmigung des Zusammenschlusses zu erreichen.“ Springer hatte die milliardenschwere Übernahme des TV-Konzerns um ProSieben und Sat.1 im August festgemacht, als sich Investoren um den US-Milliardär Haim Saban zur Trennung von ihren Anteilen entschlossen. Inzwischen erhöhte Springer den Anteil bereits auf mehr als 75 Prozent.

Nach den Feststellungen des Bundeskartellamtes verfügen ProSiebenSat.1 und die zu Bertelsmann gehörende RTL-Sendergruppe auf dem Fernsehwerbemarkt mit einem seit Jahren konstanten Marktanteil von etwa 80 Prozent über eine gemeinsame marktbeherrschende Position - „ein so genanntes wettbewerbsloses Duopol ohne wesentlichen Wettbewerb durch Außenseiter“. Durch den Zusammenschluss käme es zu einer weiteren Angleichung der unternehmensbezogenen Strukturmerkmale beider Gruppen auf den benachbarten Zeitungs- und Zeitschriftenmärkten sowie zu einer Reihe von Verflechtungen zwischen Springer/ProSiebenSat.1 und Bertelsmann.

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