Proteste gegen Konzernumbau
Telekom-Mitarbeiter stören Aktionärstreffen

Die Hauptversammlung der Deutschen Telekom wird von Protesten gegen die Auslagerung von 50 000 Mitarbeiterin begleitet. Mehrere tausend Beschäftigte des Unternehmens haben erneut die Arbeit niedergelegt. Spekulationen gibt es über Chefkontrolleur Klaus Zumwinkel. Mehrere Telekom-Aufsichtsräte sollen ihn zum Verzicht auf eine Vertragsverlängerung drängen.

HB BONN/KÖLN. Bundesweit waren rund 15 000 Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen, die parallel zur Hauptversammlung der Telekom-Aktionäre am Donnerstag in Köln stattfinden. Vor dem Aktionärstreffen hat sich der Konflikt um den Umbau der Telekom weiter verschärft. Die Gewerkschaft ver.di hatte am Mittwoch ein Tarifangebot des größten europäischen Telekommunikationsunternehmens abgelehnt. In fünf Verhandlungsrunden hatten die Tarifparteien keine Einigung erzielt und die Gespräche in der vergangenen Woche abgebrochen. Der Konzern will nun die Auslagerung der 50 000 Mitarbeiter in drei Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service im Alleingang vorantreiben. Die Gehälter sollen stufenweise gekürzt und die Arbeitszeit verlängert werden.

Am Donnerstag folgten in Hessen 1200 Beschäftigte der Call-Center und Servicemonteure dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di zu Warnstreiks. Am Vormittag schlossen sich weitere Beschäftigte den Warnstreiks an, die den ganzen Tag über andauern sollen, teilte ver.di-Sprecherin Brigitte Reinelt mit. In Niedersachsen und Bremen legten nach Gewerkschaftsangaben rund 1600 Beschäftigte an elf Standorten ihre Arbeit nieder. Es gebe erhebliche Beeinträchtigungen etwa im Kundendienst. An allen größeren Telekom -Standorten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind mehr als 2000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen.

An diesem Freitag soll die große Tarifkommission von ver.di über eine Urabstimmung beschließen. Stimmen die Beschäftigten für einen Streik, würde die Telekom in den größten Arbeitskampf seit ihrer Privatisierung vor zwölf Jahren hineingezogen.

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