Prozesstermin
Gericht will schnelle Lösung im SAP Oracle-Streit

Im Rechtsstreit zwischen den beiden Softwarekonzernen SAP und Oracle drängt das Gericht auf eine rasche Lösung. Der Prozess soll am im Februar 2009 beginnen und damit deutlich früher, als vom US-Softwarehersteller Oracle gewünscht. Der Datenbankspezialist wirft einer US-Tochter der deutsche SAP Diebstahl geistigen Eigentums vor.

HB SAN FRANCISCO. Bei einer öffentlichen Anhörung vor dem Bezirksgericht für Nord-Kalifornien legte Richter Martin Jenkins am Dienstag den Beginn der Verhandlung über angebliche Industriespionage auf den 9. Februar 2009 fest. Das ist mehr als ein halbes Jahr früher als von Oracle vorgeschlagen. Der US-Konzern hatte erklärt, er benötige 18 Monate, um sich auf den Prozess vorzubereiten. Beide Parteien forderte der Richter dazu auf, über eine außergerichtliche Einigung nachzudenken.

Das Gericht ließ nicht erkennen, als wie schwerwiegend es die gegen SAP erhobenen Anschuldigungen einstuft. Oracle wirft dem weltgrößten Hersteller von Unternehmenssoftware Industriespionage vor. Aus Sicht von SAP handelt es sich aber nicht um den von Oracle beklagten „unternehmerischen Diebstahl in großem Stil“, sondern um eine kleinere Lizenzangelegenheit. Die Klage bildet den Höhepunkt eines mit harten Bandagen ausgefochtenen Kampfes um Marktanteile.

Die Walldorfer Softwarefirma hatte zugegeben, ihre US-Tochterfirma Tomorrow Now habe in einigen Fällen „unangemessen“ auf Daten von Oracle zugegriffen. SAP bestreitet allerdings, mit dem herunter geladenem Material eine illegale Datenbank angelegt zu haben. Tomorrow Now bietet Dienstleistungen für Kunden an, die Software von Firmen wie PeopleSoft, JD Edwards und Siebel nutzen. Diese Anbieter waren Teil der 20 Mrd. Dollar teuren Einkaufstour von Oracle in den vergangenen Jahren.

In einer ersten Einschätzung erklärte der Richter, es scheine, dass sich SAP anhand der vorliegenden Daten ein gewisses Fehlverhalten nachweisen lasse. Allerdings könnte der Prozess darauf hinauslaufen, abzuschätzen, welcher Schaden Oracle dadurch entstanden ist, dass ein Programms zur Behebung von Problemen bei der Sommerzeitumstellung unerlaubt genutzt wurde, sagte Jenkins. Andererseits erklärte er, dass das Herunterladen der Daten möglicherweise in einem Übereinkommen zwischen der Tochter und SAP geschehen sein könnte.

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