Prüfung verlängert
EU nimmt Druckereifusion unter die Lupe

Die Europäische Kommission hat wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken eine genaue Prüfung der geplanten Tiefdruckfusion des Axel Springer Verlags und zweier Bertelsmann

HB BRÜSSEL. Nach einer ersten Prüfung sei die EU-Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Transaktion möglicherweise den Wettbewerb deutlich beeinträchtigen könnte, teilte die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Dies gelte vor allem für den deutschen Markt. Da das geplante Gemeinschaftsunternehmen aber auch Auswirkungen auf andere europäische Märkte habe, werde es weiter in Brüssel geprüft. Damit wurde auch ein Antrag des Bundeskartellamts, die Fusionspläne in Deutschland zu untersuchen, abgewiesen. Die beteiligten Unternehmen begrüßten in einer Erklärung, dass „sich die Kommission für eine Prüfung auf europäischer Ebene entschieden hat, da auch der zu Grunde liegende Markt für hochvolumigen Illustrationsdruck Europa-übergreifend ist“.

Zugleich sicherten die Firmen den Brüsseler Wettbewerbshütern ihre Zusammenarbeit bei der eingehenden Prüfung zu. Springer und Bertelsmann hatten ihre Pläne Anfang November bei der EU-Kommission angemeldet. Das Bundeskartellamt hatte jedoch beantragt, die Fusion auf nationaler Ebene zu untersuchen. Die nun beschlossene Prüfung auf europäischer Ebene könnte den Zusammenschluss erleichtern, weil das deutsche Kartellamt vor allem die Auswirkungen auf den deutschen Markt untersucht hätte. Eine Sprecherin des Bundeskartellamts hatte aber gesagt, auch bei einer Prüfung in Brüssel könnten die Bonner Wettbewerbsexperten ihre Position einbringen und ihre Expertise mit einfließen lassen.

An dem Gemeinschaftsunternehmen mit rund 5000 Beschäftigten sollen die Bertelsmann-Töchter Gruner+Jahr und Arvato jeweils 37,45 Prozent halten. Springer soll nach einer Grundsatzvereinbarung 25 Prozent halten.

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