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PTC-Kauf verzögert sich für Telekom

Die geplante komplette Übernahme der polnischen Mobilfunkgesellschaft PTC bleibt für die Deutsche Telekom eine Hängepartie. Denn die Anleihegläubiger des PTC-Eigners Elektrim blockieren einen Verkauf. Dies ist möglich, da der Elektrim-Anteil an PTC ihnen als Sicherheit dient.

rev/slo WARSCHAU. Am Freitag stimmten die Anleihebesitzer gegen die Änderung der bisherigen Anleihekonditionen. Dieser Schritt hätte Elektrim einen Verkauf der Mobilfunkgesellschaft ermöglicht. Nun suche man aber nach einer neuen Lösung, die die Interessen der Beteiligten berücksichtige, sagte der Sprecher einer Gruppe von Gläubigern, die die Hälfte der ausstehenden Anleihen in Höhe von 440 Mill. Euro vertritt, der Nachrichtenagentur Dow Jones.

Die Telekom bietet für 51 Prozent an PTC nach Informationen aus Konzernkreisen inzwischen 1,3 Mrd. Euro und damit 200 Mill. Euro mehr als noch vor einem Jahr. Dieser Anteil gehört Elektrim und dem französischen Konzern Vivendi gemeinsam. Die Telekom besitzt bereits ein Paket von 49 Prozent.

Lange Zeit haben sich Elektrim und Vivendi nicht über eine Aufteilung des von der Telekom gebotenen Preises einigen können. Das Problem scheint inzwischen gelöst. Man habe vereinbart, dass Elektrim 500 Mill. Euro erhält und Vivendi den Rest der gebotenen Summe von 1,3 Mrd. Euro, heißt es in Kreisen der Beteiligten.

Die Auseinandersetzung zwischen Elektrim und seinen Anleihegläubigern geht jetzt im Kern um die Frage: Werden die Gläubiger – wie gefordert – an dem PTC-Verkaufserlös beteiligt? Elektrim lehnt das ab, will aber seine bis 2005 laufenden Anleihen vorzeitig zurückzahlen. Der Verkauf von PTC sei notwendig, um eine Ablösung der Bonds zusammen mit den Zinszahlungen erst möglich zu machen, begründete Elektrim. Seit das Unternehmen Ende 2001 Wandelanleihen nicht zurückgezahlt hatte, sind die Beziehungen zu seinen Gläubigern angespannt.

Die Telekom versucht seit Jahren, PTC vollständig zu übernehmen. Der Bonner Konzern hat zahlreiche Beteiligungen in Zentral- und Osteuropa. Mobilfunker in dieser Region bieten noch ein höheres Wachstum, da der Anteil der Menschen, die ein Handy besitzen, geringer ist als in Westeuropa.

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