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15.02.2008 
Video-Werbung

Publicis will Werbung auf Google aufpeppen

von Holger Alich

Der französische Werbekonzern Publicis, die Nummer vier der Welt, will zusammen mit Google Video-Marketing-Tools entwickeln. Beide Unternehmen arbeiten an gezielter Video-Werbung im Internet. Die Print-Presse spürt die Internet-Konkurrenz derzeit besonders stark.

Publicis-Chef Maurice Lévy erwartet, dass der Umsatz mit Internetwerbung bis 2012 den der Printreklame überholen wird. Foto: ReutersLupe

Publicis-Chef Maurice Lévy erwartet, dass der Umsatz mit Internetwerbung bis 2012 den der Printreklame überholen wird. Foto: Reuters

PARIS. "Wir wollen mit Google Werkzeuge für Kommunikkationsplattformen entwickeln", sagte Maurice Lévy, Chef von Publicis, in einem Handelsblatt-Gespräch, "Google ist sehr stark bei der Vermarktung von Suchworten, aber noch nicht von Bildern und Videos." Hier könne Publicis helfen.

Konkret könnte das so aussehen, dass Publicis für Kunden Werbefilme produziert und mit der Stichwort-Suche von Google vernetzt. Ziel soll sein, dass der Nutzer nur solche Filme zu sehen bekommt, die ihn wirklich interessieren. Google hat bereits einen Vorstoß in die Richtung unternommen mit der Übernahme des Online-Werbespezialisten Doubleclick.

Die Partnerschaft mit Google, die seit rund einem Jahr läuft, wurde Ende Januar bekannt gemacht. Bisher sind aber nicht viele Details nach außen gedrungen. Laut Lévy arbeiten rund 20 Publicis-Manager täglich mit Google-Leuten an dem neuen Projekt.

Lévy zeigt mit dieser Zusammenarbeit, dass er weniger Berührungsängste vor der übermächtigen Suchmaschine hat als sein Kollege Martin Sorrell, Chef des Werbekonzerns WPP. Dieser hatte Google als "Frenemy" bezeichnet, sprich: als möglichen Partner, aber auch als gefährlichen Wettbewerber. Die Sorge: Werbekunden könnten wichtige Etats an Agenturen vorbei auf Google platzieren. Lévy dagegen ist überzeugt, dass Google für Werbeagenturen primär eine Chance darstellt.

Publicis setzt auf das Abwandern der Werbung zu digitalen Trägern wie Internet und Handy; daher hat Lévy in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe Spezialisten der digitalen Kommunikation gekauft. So übernahmen die Franzosen im Januar 2007 für 1,3 Mrd. Dollar das US-Unternehmen Digitas. Bis 2010 will Publicis seine Einnahmen aus digitaler Kommunikation von derzeit 15 auf 25 Prozent ausbauen. "Das schließt weitere Zukäufe ein", sagte Lévy.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Alle Netz-Werbeträume werden sich erfüllen

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