Qimonda-Quartalszahlen
Infineon schreibt eine Milliarde Euro ab

Der Halbleiterkonzern Infineon muss im Zuge der Dekonsolidierung seiner verlustreichen Speicherchiptochter Qimonda eine Milliarde Euro abschreiben. Die Ergebnisse Qimondas würden bereits für das vergangene Quartal als zum Verkauf stehender Geschäftsteil ausgewiesen, teilte das Unternehmen mit. Im vergangenen Quartal blieb Qimonda erneut weit hinter den Erwartungen zurück.

HB MÜNCHEN. Der Halbleiterkonzern Infineon nimmt seine verlustreiche Speicherchiptochter Qimonda aus der Kernbilanz und muss folglich eine Milliarde Euro abschreiben. Die Abschreibung werde bereits im vergangenen Quartal des laufenden Geschäftsjahres den "Überschuss/Fehlbetrag aus nicht fortgeführten Aktivitäten", unter dem Infineon seine Speicherchiptochter künftig führe, belasten. Die bisherige Prognose zur Ebit-Entwicklung von Infineon ohne Qimonda für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2008 und das gesamte Geschäftsjahr 2008 bleibe unverändert.

Qimonda hat im vergangenen Quartal erneut einen hohen Verlust verzeichnet. Der Fehlbetrag habe 482 Millionen Euro betragen, teilte das Unternehmen am mit. Im Vorquartal war ein bereits ein Verlust von 598 Millionen Euro angefallen. Der Umsatz sei im Quartalsvergleich auf 412 Millionen Euro von zuvor 513 Millionen Euro zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat Qimonda seinen Umsatz mehr als halbiert.

Qimonda-Chef Kin Wah Loh kündigte an, das Sparprogramm zu verschärfen. „Das Unternehmen plant jährliche Einsparungen in Höhe von 180 Millionen Euro im Vergleich zu seiner aktuellen Kostenstruktur. Die Einsparungen ergeben sich aus einer Reduzierung des Personals weltweit um etwa zehn Prozent und einer Senkung der laufenden Kosten“, erklärte das Unternehmen. Zudem werde die erst kürzlich wieder aufgenommene Entwicklung von Flash-Speicherchips auf Grundlagenforschung gedrosselt.

Qimonda, die Infineon händeringend loswerden will, werde künftig unter „nicht fortgeführtes Geschäft“ verbucht. Infineon hält noch 77,5 Prozent an Qimonda und will seinen Anteil bis Anfang 2009 auf unter 50 reduziert haben. Der Rest soll an die eigenen Aktionäre verschenkt werden.

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