Qimonda-Verkauf
Infineon-Chef hält sich bedeckt

Der Halbleiterkonzern Infineon hält sich zum Verkaufsprozess seiner verlustreichen Speicherchiptochter Qimonda bedeckt. Infineon-Chef Wolfgang Ziebart nannte am Mittwoch in einer Telefonkonferenz keine Einzelheiten zu den Verhandlungen. Für Donnerstag hat nun Qimonda selbst zu einer Pressekonferenz geladen.

rtr MüNCHEN. Der Halbleiterkonzern Infineon hält sich zum Verkaufsprozess seiner verlustreichen Speicherchiptochter Qimonda bedeckt. Das Unternehmen habe seit Mitte Februar Fortschritte in den Verhandlungen mit Interessenten gemacht, sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. "Ich kann leider keine Einzelheiten nennen, um die Gespräche nicht zu gefährden." Die Tochter lud unterdessen für Donnerstag zu einer Pressekonferenz mit Vorstandschef Kin Wah Loh nach München. Zu den Inhalten wollten sich weder Qimonda noch Infineon äußern.

An einen Finanzinvestor wird Qimonda wohl kaum verkauft. Private-Equity-Firmen seien grundsätzlich eher nicht an stark schwankungsanfälligen Industriezweigen interessiert, zu denen die Speicherchipbranche gehört. "Ich sehe die Möglichkeiten eines klassischen Private-Equity-Deals als beschränkt", sagte Ziebart. Auch am Rest von Infineon habe zuletzt kein Finanzinvestor Interesse gezeigt, widersprach er Spekulationen, die die Infineon-Aktie zweitweise um mehr als sieben Prozent in die Höhe trieben.

Bis zur Trennung von der Mehrheit würden wahrscheinlich weitere Abschreibungen auf die Beteiligung von 77,5 Prozent zum Ende des laufenden Quartals kommen, räumte Finanzvorstand Marco Schröter ein. Infineon hat das Paket bereits um einer Milliarde abgewertet, bewertet die Aktien der Tochterfirma aber immer noch mit 6,50 Dollar, während sie an der New Yorker Börse nur noch 3,56 Dollar kosten.

Für das verbleibende Kerngeschäft ist Infineon auch nicht besonders optimistisch. Von Sondereffekten abgesehen werde das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im laufenden Geschäftsjahr "voraussichtlich positiv ausfallen, mit einer Marge im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich", fasste Infineon zusammen.

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