Qualcomm in der Krise
Drastischer Job-Abbau nach schwachen Zahlen

Der US-Chiphersteller Qualcomm hat nach schwachen Ergebnissen ein radikales Sparprogramm angekündigt. Dabei würden unter anderem 15 Prozent aller Arbeitsplätze wegfallen - auch eine Abspaltung ist im Gespräch.
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BangaloreDer angeschlagene US-Chiphersteller Qualcomm will Tausende von Arbeitsplätzen streichen und erwägt eine Aufspaltung des Konzerns. Das Management kündigte am Mittwoch nach Börsenschluss den Abbau von 15 Prozent der Gesamtbelegschaft an - etwa 4500 der zuletzt rund 30.000 Beschäftigten. Die Ausgaben sollen um 1,4 Milliarden Dollar gesenkt werden.

Zugleich gibt das Unternehmen angesichts massiver Geschäftseinbrüche dem Druck seines Großaktionärs nach und stellt seine Geschäfte auf den Prüfstand. „Es ist an der Zeit, uns das nochmal anzuschauen“, sagte Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf zu Überlegungen, das Unternehmen aufzuspalten. „Wir machen fundamentale Veränderungen.“

Harte Konkurrenz aus Taiwan

Die Qualcomm-Aktie gab im nachbörslichen Handel fast zwei Prozent nach. Innerhalb eines Jahres hat sie etwa die Hälfte ihre Wertes verloren. Die harte Konkurrenz aus Taiwan und China sowie der Verlust des Großkunden Samsung machen dem kalifornischen Konzern schwer zu schaffen. Im Frühjahr setzte der Hersteller der Snapdragon-Prozessoren für Smartphones 5,8 Milliarden Dollar um, vor einem Jahr war es eine Milliarde Dollar mehr gewesen. Für das Gesamtjahr setzte Qualcomm die Prognosen für Gewinn und Umsatz herab.

Der Hedgefonds und Großaktionär Jana Partners hatte zuletzt die Abspaltung der Chip-Sparte vom profitableren Lizenz-Geschäft gefordert. Zwei Vertreter des Fonds ziehen nun in den Qualcomm-Verwaltungsrat ein.

Erst im Februar hatten chinesische Wettbewerbshüter Qualcomm eine in der Volksrepublik beispiellose Strafe von fast einer Milliarde Dollar aufgebrummt. Die Amerikaner sollen ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht haben, indem sie für ihre Mobilfunk- und Netzwerktechnik im sehr wichtigen chinesischen Markt höhere Lizenzgebühren als in anderen Ländern verlangten. Auch in Europa ist der Konzern ins Visier der Wettbewerbshüter geraten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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