Quartalsbericht
Börse bestraft Apples Schwäche beim iPhone

Apple jagt weiter mit Vollgas über die Überholspur, rammte im abgelaufenen Quartal aber mehrfach die Leitplanken. Die bange Frage: Gerät die rasende Fahrt jetzt außer Kontrolle? Besonders das iPhone macht Sorgen.
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San FranciscoApple hat seine Anleger vergrault: Die Aktie brach nachbörslich um bis zu 5,5 Prozent oder 33 Dollar auf 567 Dollar ein, nicht zuletzt, weil die Voraussagem für das laufende Quartal zusätzlich enttäuschten. Im Jahresvergleich weist Apple für das dritte Quartal des laufenden Geschäftjahres, das am 30. Juni 2012 endete, ein Umsatzplus von 23 Prozent auf 35 Milliarden Dollar auf und einen Nettogewinn von 8,8 Milliarden Dollar. Das sind 21 Prozent mehr als im Jahr zuvor - Werte, von denen andere Hersteller von Konsumelektronik und Smartphones nur träumen. Aber für Apple ist es vergleichsweise schwach und liegt am unteren Rand der Analystenschätzungen.

Im Gespräch mit den Analysten machte CEO Tim Cook eine Reihe von Gründen für die relative Schwäche verantwortlich. Vom beliebten iPhone wurden 26 Millionen Stück verkauft, 28 Prozent mehr als im Jahr zuvor, aber der Verkauf blieb signifikant unter den Erwartungen von 30 bis 40 Prozent Plus und machte deutlich weniger aus als im Quartal zuvor mit 35,1 Millionen Stück.

Einen großen Anteil hatte daran der asiatisch-pazifische Raum. Die Wachstumsrate sackte dort von über 100 Prozent auf 25 Prozent zusammen. Der Löwenanteil kommt aus einer Abschwächung in China, wo im zweiten Quartal noch 7,9 Milliarden Dollar umgesetzt wurden, jetzt nur 5,7 Milliarden. Die Masse des dort verlorenen Umsatzes von 2,2 Milliarden Dollar, räumte Cook ein, entfällt auf das iPhone. Allerdings, betonte er, sei die Hälfte davon einer Aufstockung der Vorräte bei den Händlern geschuldet, um einen Lagervorrat von vier bis sechs Wochen zu garantieren.

Gleichzeitig macht Apple global gesehen ein stärkerer Trend hin zu günstigeren Geräten wie dem iPhone 4 und dem 3GS zu schaffen. Im krisengeplagten Europa war der iPhone-Absatz im Vorjahresvergleich sogar praktisch unverändert.

Dazu kommen erschwerend die Gerüchte über ein neues iPhone angeblich im Oktober hinzu, die manchen Kunden abwarten lässt. Generell leidet der Gesamtumsatz, der zu 62 Prozent außerhalb der USA erwirtschaftet wird, unter der neuen Stärke des Dollar, der Krise in Europa und, wie Cook es ausdrückt, „rohstofflastigen Ländern“ wie Brasilien, Australien und Kanada. Sie leiden stärker unter Wirtschaftsflauten. Starkes Wachstum in den USA und etwa Japan sei davon teilweise aufgefressen worden.

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  • Wird doch eh alles von anderen Dienstleistern wie DPA oder Bloomberg eingespeist und das ganze wird nach Klickzahlen gekauft und den maximalen Traffic zu generieren und um damit die Werbeeinnahmen zu erhöhen - wer soll das noch gegenlesen? Ein paar Studenten im Sudan vielleicht?

  • Mein Kommentar scheint einem Appel-Fan-Moderator dieses Boards nicht gefallen zu haben, wie sonst kann man erklären, dass er gar nicht erscheint?
    Es ist natürlich in der heutigen Zeit, wo alles auf diese überteuerten Marken-Hypes abfährt verwerftlich, sich gegen genau solche Marken zu stellen.
    Also nochmal:
    Appel ist völlig überteuert, macht die jungen Leute bekloppt mit diesem Hype und die älteren entblöden sich auch nicht, da mitzumachen. So gehören sie halt zu den Jungen dazu - denken sie.....:))
    Apple ist zu teuer!
    Schön, dass endlich aus Asien günstigere vergleichbare Produkte angeboten werden.....

  • Ich finde den Artikel interessant!
    Ich bin kein Apple-Fan. Ich halte die Geräte für völlig überbewertet bzw. einfach total überteuert. Aber man muss Apple zugestehen, dass Sie ein hervorragendes Marketing über die letzten Jahre gemacht haben. Nur die Kunden, die sich davon blenden lassen verstehe ich nicht.
    Aber zurück zum Artikel. Im Vergleich zu anderen Firmen sind die Kennzahlen doch bombastisch! Ich denke auf Sicht der nächsten Jahre braucht man sich um die Existenz von Apple keine Sorgen zu machen. Die Frage ist nur, gibt Aktienkurs wirklich einen fairen Wert wieder? Für ein Unternehmen, dass seit über 15 Jahren keine Dividente zahlt ist der Kurs absoluter Wahnsinn. D.h wer in Apple investiert kann es nur aus der Erwartung heraus tun, dass der Kurs weiter steil steigt, denn Dividente gibt es ja keine, bzw. unter Sparbuch-Niveau. Und dann sind natürlich alle Meldungen, die von einem gebremsten Gewinnwachstum sprechen Gift für den Kurs. Mehr steht nicht im Artikel und mehr passiert auch nicht an der Börse. Dann irgendwelche Analysten zu verteufeln, die nichts anderes tun, als versuchen eine unabhängige Prognose zu erstellen, die die Politik-Faktoren einer Apple-Veröffentlichung herausfiltert, finde ich totalen Quatsch. Ein Analyst kann auch nur das beurteilen, was er an Informationen hat. Und das Analysten nicht immer richtig liegen ist doch auch klar. Es sind ja nur Prognosen, die aber sicherlich besser sind, als wenn man selber eine Prognose anstellt.

    Und nur weil der Aktienkurs mal sinkt, geht Apple noch nicht unter. Also braucht man als Apple-Fan wegen so einem Artikel nicht gleich zu weinen.

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