Quartalsbericht
Oracle stärkt Zweifel an Aufschwung

Der US-Softwarehersteller Oracle hat mit einem weiteren Umsatzrückgang zum Auftakt seines neuen Geschäftsjahrs die Markterwartungen enttäuscht. Beim Gewinn konnte der Konkurrent des deutschen SAP-Konzerns dagegen leicht zulegen.

FRANKFURT. Der Software-Konzern Oracle hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen Investoren und Analysten verunsichert. Das Unternehmen meldete einen Einbruch bei den Software-Lizenzen – also dem Verkauf neuer Programme – von 17 Prozent. Der Rückgang lässt Zweifel an einer raschen Erholung in der Software-Branche wiederaufleben. Die Aktie des Unternehmens gab um fast zwei Prozent nach.

„Nur weil die Investoren-Stimmung hinsichtlich der Wirtschaftslage steigt, heißt das noch lange nicht, dass die Leute Kaufverträge unterzeichnen“, sagte Patrick Walgravens, Analyst von JMP Securities, der Nachrichtenagentur Reuters. Oracle selbst räumte ein, dass der Lizenzverkauf deshalb schwach ausgefallen sei, weil die Firmen in Asien und Europa nicht in Software-Projekte investieren würden.

Nach diesen Aussagen fürchten sich Investoren nun auch beim deutschen Wettbewerber SAP vor schlechten Nachrichten. Die SAP-Aktie war gestern bis zum frühen Nachmittag mit einem Minus von 1,7 Prozent der schwächste Wert im Börsenindex Dax. Der weltgrößte Anbieter von Firmensoftware berichtet am 28. Oktober über sein drittes Quartal.

Die Sorgen sind nicht unbegründet. SAP und Oracle ähneln sich nicht nur hinsichtlich ihres Geschäftsfeldes, dem Verkauf von Firmensoftware. Gut 60 Prozent der SAP-Programme arbeiten mit Datenbanken von Oracle. Genau in diesem Bereich brachen die Zahlen des SAP-Rivalen aber am stärksten ein. So sackten die Lizenzverkäufe in der Sparte Datenbanken und Middleware, das sind Werkzeuge zur Integration der häufig bunt gemischten Software-Landschaft in Unternehmen, um mehr als 21 Prozent ab. Es ist es naheliegend, dass gleiches zumindest zum Teil auch für SAP-Programme gilt.

Dabei hatten zuletzt IT-Riesen wie etwa Intel die Hoffnung auf eine rasche Erholung in der gesamten Branche angeheizt. Das Management hatte vor zwei Wochen berichtet, dass die Nachfrage nach Prozessoren und Chipsätzen deutlich stärker gestiegen sei als erwartet. Da dies Vorprodukte für Computer oder Netzwerkrechner (Server) sind, hatten Marktforscher die Aussage als einen deutlichen Hinweis auf wieder investitionsfreudigere Unternehmen gewertet.

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