Quartalsbericht
Telekom profitiert von Sparkurs

Die Deutsche Telekom konnte Umsatz und Gewinn steigern - vor allem Dank des erfolgreichen Sparkurses. In Griechenland half die Beteiligung an OTE, ohne die die Zahlen schlechter ausgefallen wären. Den Ausblick hat die Telekom bestätigt.
  • 0

BONN. Der Kauf der griechischen OTE sowie umfangreiche Kostensenkungen haben dazu geführt, dass die Telekom den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte erzielt hat. Die Bonner konsolidieren seit dem Frühjahr den griechischen Telekomnetzbetreiber OTE, der zahlreiche Töchter in Osteuropa besitzt. Darüber hinaus ist das dritte Quartal traditionell das Beste, weil die Menschen sich im Sommer öfter draußen aufhalten und dort ihr Handy benutzen. Zudem fallen im Sommerurlaub verstärkt Roaming-Gebühren an.

Ziel des Sparprogramms „Save for Service“ war, von 2007 bis Ende 2009 insgesamt 4,7 Mrd Euro jährlich sparen. Diese Marke hat die Telekom bereits übertroffen – die Kosten liegen mittlerweile 5,4 Mrd. Euro unter dem Referenzwert aus dem Jahr 2005. Allein von Juli bis September sparte die Telekom 1,3 Mrd. Euro – und zwar fast ausschließlich in Deutschland. Hier sieht der Konzern auch in Zukunft das größte Potential für Kürzungen.

Anfang kommenden Jahres soll ein neues Sparprogramm her, das zwar stärker als das bisherige die Kosten im Ausland unter die Lupe nimmt. Finanzchef Timotheus Höttges erklärte aber, auch das neue Programm werde „den Schwerpunkt in Deutschland haben“. Höhe und Zeitraum wollte er zwar gestern nicht nennen. Er kündigte aber an, man werde dabei „mit dergleichen Schlagzahl weiterarbeiten“. Analysten erwarten weitere Einschnitte beim Personal. Die ausländischen Töchter seien alle wesentlich schlanker aufgestellt als das deutsche Geschäft. Vor der Privatisierung war der ehemalige Staatskonzern fast nur in Deutschland tätig.

Kehrseite der Sparbemühungen war offenbar ein Verzicht auf mehr Wachstum. In Europa und im deutschen Mobilfunk hat die Telekom kaum neue Kunden gewonnen. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern die Ausgaben für die Werbung neuer Nutzer deutlich zurückgefahren hat. Das bedeutet, die Telekom hat bewusst auf Wachstum verzichtet, um ihre Jahresziele zu sichern. Damit steht sie in der Branche nicht allein da. „Die Wettbewerber machen das in diesen schwierigen Zeiten alle – deshalb verliert die Telekom dadurch keine Marktanteile“, sagt ein Analyst. Er warnt allerdings auch: „Das kann man mal ein oder zwei Quartale machen, aber es ist keine langfristige Strategie.“

Seite 1:

Telekom profitiert von Sparkurs

Seite 2:

Kommentare zu " Quartalsbericht: Telekom profitiert von Sparkurs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%