Quartalsbericht: Xbox verspielt Gewinn bei Microsoft

Quartalsbericht
Xbox verspielt Gewinn bei Microsoft

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat im abgelaufenen Geschäftsquartal einen geringeren Gewinn eingefahren. Grund sei der schwache Verkauf der Xbox. Windows 8 dagegen machte das Betriebssystem wieder zum Kerngeschäft.
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Redmond/Seattle/San FranciscoDer US-Softwarekonzern Microsoft hat im zweiten Quartal weniger verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn sei auf 6,4 Milliarden Dollar von 6,6 Milliarden Dollar gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Erzrivale Apple hatte von Oktober bis Dezember mehr als doppelt so viel verdient.

Analysten hatten jedoch schlechtere Zahlen erwartet. Je Aktie ergab sich ein Ergebnis von 76 Cent nach 78 Cent im Vorjahr. Microsoft übertraf die Analystenerwartungen damit um einen Cent. Im nachbörslichen Handel legte die Microsoft-Aktie zunächst um 1,2 Prozent zu, fiel dann aber um rund zwei Prozent.

Microsoft erklärte den Ergebnisrückgang mit einem schwächelnden Verkauf der Spielkonsole Xbox. Zudem habe sich vor dem Start des Betriebssystems Windows 8 die Nachfrage nach Office-Büroprogrammen abgeschwächt. "Das ist eine Pause vor einer Produkteinführung, die typisch ist", kommentierte Analyst Josh Olson von Edward Jones die Zahlen.

Der Umsatz sei dagegen um drei Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar gestiegen, so Microsoft. Auftrieb gaben gute Verkäufe von Windows 8: Das neue Betriebssystem hat Microsoft zu Weihnachten die Kasse gefüllt. Allerdings schwächelte gleichzeitig die Business-Sparte mit den Office-Büroprogrammen. Zudem nagten hohe Marketing- und Vertriebskosten für die Einführung des neuen Betriebssystems an den Einnahmen.

Microsoft-Chef Steve Ballmer zeigte sich am Donnerstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen zufrieden mit dem Start von Windows 8. Das neue Betriebssystem habe die Kunden begeistert. Es verkaufte sich 60 Millionen Mal.

Der Software-Konzern will mit dem Produkt den Anschluss bei mobilen Anwendungen finden. Die achte Version des Klassikers ist insbesondere auf Tablet-PCs zugeschnitten, die sich über Berührungen auf dem Bildschirm steuern lassen. Die Rivalen Apple und Google waren mit ihren Systemen dem einstigen Pionier zuletzt weit voraus und teilten mit iOS und Android den Markt für die Basissoftware mobiler Rechner neben den klassischen Laptops weitgehend unter sich auf.

Die Betriebssystem-Sparte alleine verbesserte sich um 24 Prozent und ist damit wieder das wichtigste Standbein von Microsoft vor dem Business-Geschäft. Bald kommt zudem eine neue Office-Version kommt heraus.

Zuletzt war berichtet worden, Microsoft plane eine Beteiligung an der möglichen Übernahme des schwächelnden Computerherstellers Dell. Der Konzern erwägt demnach, bis zu drei Milliarden Dollar beizusteuern. Microsoft und Dell kommentierten die Berichte jedoch nicht.

Dell ist der drittgrößte PC-Hersteller der Welt. Die Verkäufe gehen aber wegen des Siegeszugs der Tablet-Computer zurück. In der vergangenen Woche hieß es in Medienberichten, Dell verhandle über seinen Verkauf an Finanzinvestoren und plane den Rückzug von der Börse.

Kommentare zu "Xbox verspielt Gewinn bei Microsoft"

Alle Kommentare
  • Würde MS die XBox zum HTPC umrüsten (Fanless, TV-Empfang) und dann auch mal gescheite Werbung dafür machen, würden sich wohl mehr eine XBox kaufen.

  • Würde man nur XBoxen und sowas an Kidner rausgeben ... die Spam und Virenproblematik wäre gelöst.

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