Quartalsbericht
Zynga präsentiert desaströse Zahlen

Einen Tag vor Facebook's erstem Quartalsbericht präsentiert einer der engsten Partner des Unternehmens desaströse Zahlen: Zynga unterbot die ohnehin schon niedrigen Erwartungen.

New YorkDas dürfte Partner Facebook eine unruhige Nacht vor dem ersten Quartalsbericht bescheren: Der Hersteller von Social Games wie „Farm Ville“ präsentierte am Mittwoch miese Zahlen, die Aktie befand sich danach im freien Fall.

Zynga verlor im vergangenen Quartal fast 23 Millionen Dollar. Damit unterbot der Hersteller die schlechten Prognosen von Analysten im Vorfeld. Die Einnahmen wuchsen um knapp einen Fünftel, nach einem Anstieg des Gewinns von 32 Prozent im letzten Quartal. Auch die Entwicklung für den Rest des Jahres sieht das Unternehmen pessimistischer.

Nach Bekanntgabe der Zahlen wurde Zynga an der Börse regelrecht verprügelt. Der Wert Aktie rasselte nach Börsenschluss um über 40 Prozent in die Tiefe, rund 70 Prozent unter den Wert bei Börsengang. „Diese Resultate sind ein Desaster“, sagte Sterne Agee & Leach-Analyst Arvin Bhatia dem „Wall Street Journal“. Sorgen bereitet den Investoren vor allem die Aussichten für die Zukunft.

Zynga erklärte in einem Konferenzgespräch mit Analysten, dass die Aussichten unter anderem deswegen schlechter seien, weil sich die Veröffentlichung von Spielen verzögern würden. Ein weiterer Grund: „Facebook hat Änderungen vorgenommen, dank denen Nutzer neue Games leichter entdecken“, sagte Zynga-COO John Schappert. Spieler wechselten deswegen Spiele schneller, und spielten weniger.

Als weitere Herausforderung sehen die Manager die vermehrte Nutzung von Facebook auf mobilen Geräten. Dies bereitet sowohl Zynga wie auch Facebook Mühe. Zynga verdient fast alles Geld mit Spielen auf dem sozialen Netzwerk Facebook. Fast 92 Prozent des Gewinns mache das Unternehmen auf diese Weise. Die Einnahmen des Unternehmens stiegen um einen guten Fünftel auf 332 Millionen Dollar. Analysten hatten auch hier mit mehr gerechnet.

Für das ganze Jahr rechnen die Zynga-Manager noch mit 1.1 bis 1.2 Milliarden Dollar Gewinn. Im April hatte man noch mit einem Gewinn von 1.5 Milliarden Dollar gerechnet. Dennoch lohne es sich weiterhin Zynga-Aktien zu haben, versuchte ein Manager der Firma Analysten zu überzeugen. Langfristig sei das Social-Games-Business ein vielversprechendes. Man habe noch viele Spiele in der Pipeline, darunter eine totalüberholte Version des größten Hits der Firma, „Farm Ville“.

Die miesen Zahlen beunruhigten auch Facebook-Investoren. Rund 15 Prozent des Gewinns verdankt Facebook laut dem letzen Quartalsbericht Zynga. Nach der Bekanntgabe der Zahlen verloren die Facebook-Aktien rund zehn Prozent an Wert. Auch sonst kommen die Nachrichten für das Netzwerk zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: morgen gibt das Netzwerk erstmals seit dem Börsengang Quartalszahlen bekannt.

Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist
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