Quartalsbilanz
Arcor wächst mit DSL

Die Kunden, die die Telekom verliert, gehen – zum Teil zumindestens – zu Arcor. So lesen sich die aktuellen Quartalszahlen des zweitgrößten deutschen Festnetzanbieters Arcor. Das DSL-Geschäft soll auch weiterhin spürbar zum Wachstum beitragen.

HB FRANKFURT. Anders als die Telekom hat Deutschlands zweitgrößter Festnetzanbieter Arcor seine Kundenzahl deutlich gesteigert. Die Zahl der Breitbandanschlüsse (DSL) habe per Ende September um 80 Prozent auf 1,7 Mill. zugelegt, teilte Arcor am Dienstag in Eschborn mit. Mit 1,8 Mill. zählte die Vodafone-Tochter zudem gut die Hälfte mehr normale Festnetzkunden als vor Jahresfrist. Die Telekom hatte hingegen per Ende September in Deutschland fünf Prozent ihrer Festnetzanschlüsse eingebüßt und gut ein Viertel DSL-Kunden hinzugewonnen.

„Unser Umsatzwachstum werden wir im zweiten Halbjahr trotz des weiteren Preisverfalls halten können“, sagte Arcor-Chef Harald Stöber. Im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres (per Ende März) steigerte Arcor die Erlöse um 13 Prozent auf 1,032 Mrd. Euro. Mit 60 Mill. Euro verbuchte die Firma mehr Gewinn als im Gesamtjahr 2005/06 - dem ersten Jahr mit schwarzen Zahlen. Zu den Ergebniserwartungen für 2006/07 machte Stöber keine Angaben.

„Das DSL-Geschäft wird weiterhin das Wachstum prägen“, kündigte Stöber an. Mit einem Marktanteil von 13 Prozent liege Arcor bei der Zahl der DSL-Kunden auf Platz Drei hinter der Deutschen Telekom (42 Prozent) und United Internet (16 Prozent). Arcor werde zwar kurzfristig auf Platz Vier abrutschen, wenn Hansenet die kartellrechtliche Genehmigung zur Übernahme des Kundenstamms von AOL erhalte, seine Stellung aber allein durch Wachstum aus eigener Kraft bis Ende seines Geschäftsjahrs wieder gutmachen. Zur weiteren Stärkung seiner Position erwägt Arcor auch Zukäufe: „Externes Wachstum ist nicht ausgeschlossen“, sagte Stöber.

Die angekündigte Marktoffensive der Deutschen Telekom mit Pauschaltarifen für das Breitband- und Festnetzgeschäft hatten Stöber zufolge keinen wesentlichen Einfluss auf das Arcor-Geschäft. „Allerdings hat das den Preisdruck verschärft.“

Mit dem härter gewordenen Wettbewerb hatte Arcor vergangene Woche die geplante Streichung von 150 der derzeit 3800 Stellen begründet. Darüber hinaus werde es keinen Arbeitsplatzabbau geben, sagte Stöber. Das ermöglichten zusätzliche Umsätze aus der Vermarktung neuer Techniken. Arcor rüstet seine Infrastruktur derzeit auf ein ausschließlich mit dem Internetprotokoll arbeitendes so genanntes „Next Generation Network“ (NGN) um, was neue Dienstleistungen ermöglicht. Mit NGN können etwa Firmen ihr internes Telefonnetz auf den Telekomanbieter verlagern. Auch kann ein Anrufer gleichzeitig verschiedene Nummern des gewünschten Gesprächspartners klingeln lassen und ihn so mit nur einem Anruf entweder im Büro, Zuhause oder unterwegs erreichen.

Das Telefon- und Breitbandnetz von Arcor ist aus dem ehemaligen Telefonnetz der Bundesbahn hervorgegangen. Der Jahresumsatz von zuletzt 1,9 Mrd. Euro beträgt ein Dreißigstel dessen des Marktführers Deutsche Telekom. Neben dem Mehrheitseigner Vodafone sind die Deutsche Bahn und die Deutsche Bank Gesellschafter von Arcor.

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