Quartalsbilanz
Gutes Qimonda-Ergebnis hilft Infineon

Mit einem Gewinnsprung hat Qimonda die Analysten überrascht. Gründe dafür sind die höheren Verkaufspreise und die große Nachrfrage nach Speicherchips für Grafikkarten. Über die guten Ergebnisse der Tochter dürfte sich vor allem Infineon freuen.

FOKUS 2-Infineon-Tochter Qimonda verblüfft mit Gewinnsprung= (neu: Aussagen von Qimonda-Chef Loh)

HB MÜNCHEN. Die Infineon-Tochter Qimonda hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 deutlich mehr verdient als vor Jahresfrist. Der Überschuss habe sich auf 74 Mill. Euro mehr als vervierfacht, teilte das an der New Yorker Börse gelistete Unternehmen am Dienstagabend mit. Das Betriebsergebnis (Ebit) von 213 Mill. Euro übertraf weit die Schätzungen der Analysten. Der Umsatz stieg verglichen mit dem Vorjahr um gut ein Drittel auf 3,82 Mrd. Euro.

„Wir haben im abgelaufenen Quartal eine Rekordleistung erzielt und bei der Ausrichtung unseres Portfolios auf Produkte mit höheren Margen größere Fortschritte gemacht als ursprünglich geplant. Darüber hinaus konnten wir von einer saisonbedingt starken Nachfrage profitieren“, sagte Qimonda-Chef Kin Wah Loh am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz. Die Speicherchiptochter macht knapp die Hälfte des Infineon-Geschäfts aus.

Allein im vierten Quartal erwirtschaftete Qimonda nach eigenen Angaben einen Überschuss von 156 Mill. Euro. Der Umsatz schnellte auf 1,23 Mrd. Euro nach oben.

HVB-Analyst Günter Hollfelder zeigte sich in der Nacht angetan von Qimondas Zahlenwerk. „Das sind sehr starke Zahlen. Es gibt keine negativen Überraschungen“, sagte er. „Sie haben das Glück des Tüchtigen. Auf der einen Seite haben sie ihre Hausaufgaben gemacht und ihren Produktmix verbessert und auf der anderen Seite hilft ihnen der starke PC-DRAM-Markt.“Die Qimonda-Aktie war bereits vor den Nachrichten mit einem Kursplus von knapp sieben Prozent aus dem US-Handel gegangen.

Die Zahlen sollten der Qimonda-Mutter Infineon geholfen haben, im abgelaufenen Geschäftsjahr operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. „Für Infineon erwarten wir zunächst einen Buchverlust im vergangenen Quartal, da sie die Qimonda-Aktie mit knapp über 14 Dollar in den Büchern stehen haben. Andererseits profitieren sie natürlich auch vom starken operativen Ergebnisbeitrag der Tochter, solange sie Qimonda noch konsolidieren“, erklärte der Analyst. „Wir gehen davon aus, dass sie operativ trotz des Qimonda-Buchverlusts und der BenQ-Belastungen einen Gewinn schaffen werden.“ Infineon hatte im August den Ausgabepreis für die Qimonda-Aktie auf 13 Dollar senken müssen und wurde zuletzt hart vom Kollaps des Handybauers BenQ Mobile getroffen.

Den starken Umsatzzuwachs führte Qimonda vor allem auf höhere Verkaufspreise und eine große Nachfrage nach seinen Speicherchips für Grafikkarten zurück. Auch die Produkte für die Unterhaltungselektronik und die Infrastrukturindustrie seien gut gefragt gewesen. Künftig wolle sein Haus weiterhin gut die Hälfte seiner DRAM-Speicher für Geräte abseits der klassischen PC-Industrie produzieren, sagte Loh im Reuters-Interview. Für Standard-DRAMs zahlen die PC-Hersteller lediglich noch Schüttgut-Preise. „Der Kern unserer Strategie ist es, nicht auf billigen Massenmärkten aufzutreten“, sagte Loh.

Aufgrund des starken Preisverfalls und der häufigen Schwankungen ziehe sich das Unternehmen auch weitgehend aus der Fertigung sogenannter Flashchips zurück, die etwa in Digitalkameras und tragbaren Musikrekordern verwendet werden. „Es gibt bislang zu wenige, schwankungsunanfällige Anwendungen.“ Grundsätzlich wolle Loh aber auf einen stabileren Flash-Markt vorbereitet sein, wenn es eine größere Zahl von Geräten dafür gebe.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarte Qimonda, seine Produktion gemessen an Bit um 55 bis 65 Prozent auszuweiten. Vor allem die hohe Nachfrage nach DRAM-Chips für Computer werde zunächst vor allem wegen des neuen Microsoft-Betriebssystems Vista weiter anhalten. Zudem erhofft sich Loh starke Zuwächse von den neuen Generationen an Spielekonsolen. Qimonda beliefere inzwischen mit Sony, Nintendo und Microsoft alle drei großen Hersteller mit Grafikchips. Sony bringt in diesen Wochen in Japan und den USA seine neue Playstation drei auf den Markt, die in Europa ab März erhältlich sein soll.

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