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Quartalsbilanz: Ströer kommt nicht aus den roten Zahlen

Der Außenwerber Ströer hat im ersten Quartal erneut einen Verlust eingefahren. Wegen des schwierigen Marktumfelds sei auch im zweiten Quartal mit roten Zahlen zu rechnen.

Ströer hat zu Jahresbeginn einen Verlust eingefahren. Quelle: obs
Ströer hat zu Jahresbeginn einen Verlust eingefahren. Quelle: obs

DüsseldorfDer Außenwerber Ströer hat zum Jahresauftakt die Konjunktursorgen seiner Kunden zu spüren bekommen und erneut einen Verlust eingefahren. „Die Tendenz zu vorsichtigem Buchungsverhalten der großen nationalen und internationalen Kunden und das schwierige Marktumfeld haben das erste Quartal geprägt“, erklärte Firmenchef Udo Müller.

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Eine Besserung sei nicht in Sicht und daher auch im zweiten Quartal mit Umsatzeinbußen von bis zu neun Prozent zu rechnen. „Der derzeitige Medienmarkt bleibt schwach und schwer vorhersehbar, weil die Grundstimmung und das Buchungsverhalten der nationalen Kunden nach wie vor kurzfristig und unbeständig sind.“

Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz um 3,5 Prozent auf 118,6 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbuchte die Kölner Firma einen Verlust von 0,4 Millionen Euro nach einem Gewinn von 6,8 Millionen vor Jahresfrist. Netto lag der Fehlbetrag bei 6,2 (Vorjahr: minus 6,7) Millionen Euro.

Die Aktien brachen um bis zu 8,6 Prozent ein und waren mit 9,18 Euro so billig wie noch nie seit dem Börsengang 2010. Dies ist der drittgrößte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Die enttäuschenden Zahlen und der pessimistische Ausblick zögen nicht nur eine deutliche Senkungen der Analystenprognosen nach sich, sondern hätten auch Auswirkungen auf die Erwartungen an den Cash Flow und die Verschuldung, schrieb WestLB-Analyst Wolfgang Fickus.

Zum Ausblick für das Gesamtjahr äußerte sich Müller in dem Bericht nicht. Die Firma, die inzwischen mit über 330 Millionen Euro verschuldet ist, hatte Ende März für 2012 noch ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt und dabei auf eine Geschäftsbelebung im zweiten Halbjahr spekuliert.

An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kursrutsch. Mit einem Abschlag von über sechs Prozent auf 9,42 Euro markierte der SDax-Wert ein Allzeittief. Vor einem Jahr wurde der Titel noch mit über 22 Euro gehandelt. „Ein weiteres enttäuschendes Quartal“, kommentierten Experten der DZ Bank. Die für das zweite Quartal angekündigten Einbußen seien eine Überraschung vor dem Hintergrund, dass sich der deutsche Werbemarkt eigentlich robust entwickle.

2011 hatte Ströer bei einem Umsatz von 577 Millionen Euro unter dem Strich einen Verlust von 3,6 Millionen Euro verbucht. Das Unternehmen beschäftigt rund 1700 Mitarbeiter. Sein Hauptgeschäft macht Ströer in Deutschland, zählt aber auch die Türkei und Polen zu seinen Kernmärkten.

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