Quartalsbilanz
United Internet punktet bei Kunden

Der Kundenstamm wächst kontinuierlich – das hilft dem Internet-Dienstleister United Internet, Umsatz und Gewinn zu steigern. Das Unternehmen aus Montabaur will es seinen Anlegern mit Dividenden danken.
  • 0

DüsseldorfMehr Kunden haben Umsatz und Gewinn von United Internet in die Höhe getrieben. Konzernchef Ralph Dommermuth sieht seine Firma daher auf gutem Weg, die selbstgesteckten Jahresziele zu erreichen. „Mit den in den ersten neun Monaten 2013 erreichten Kennzahlen bei Kundenverträgen, Umsatz und Ergebnis liegen wir gut auf Kurs“, erklärte Dommermuth am Donnerstag. Das Unternehmen, zu dem Marken wie 1&1, GMX oder Web.de gehören, erwartet weiter ein Umsatzplus von rund zehn Prozent, der Gewinn je Aktie soll zwischen einem Euro und 1,10 Euro liegen.

In den ersten neun Monaten schloss United Internet, 1,23 Millionen neue Verträge. 330.000 davon steuerte der übernommene spanische Webhosting-Spezialist Arsys bei. Insgesamt zählt die Firma aus Montabaur nun 13,27 Millionen Kunden, die Internet, Telefon, Speicherdienste, Homepage- und Internetdomain-Verwaltung und andere Angebote gegen Gebühr nutzen. Gut angelaufen sind auch neue Dienste, wie die Homepage zum Selberbauen und Behörden-Email-Systeme, die bis September allein 420.000 Kunden anlockten. Der Umsatz stieg deshalb um fast elf Prozent auf 1,96 Milliarden Euro.

Trotz der Investitionen in die neuen Angebote legte United Internet auch beim Gewinn zu. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg im Vorjahresvergleich um 18 Prozent auf 280,5 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich auf 69 Cent von 55 Cent. Bei den Anlegern kamen die Zahlen gut an, die Aktie lag am Vormittag knapp zwei Prozent im Plus.

Die Konsolidierung des Telekommunikations- und Kabelmarktes sieht Dommermuth noch nicht als Gefahr für sein Geschäftsmodell. „ür uns ist es wichtig, dass wir über genügend Netzkapazitäten verfügen. Ich sähe es kritisch, wenn es zu einer Remonopolisierung kommt. Aber derzeit gibt es noch genügend Wettbewerb“, sagte er. United Internet verzichtet auf ein eigenes Netz und nutzt für seine Internet- und Telefonangebote die Infrastruktur von Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica, QSC sowie Stadtnetzbetreibern. Damit sich das Geschäft lohnt, dürfen die Nutzungsgebühren nicht zu hoch sein.

Der europäische Telekommunikationsmarkt ist im Umbruch. So übernahm beispielsweise Vodafone den Kabelanbieter Kabel Deutschland und die niederländische KPN will ihre Mobilfunktochter E-Plus an den Konkurrenten Telefonica verkaufen. „Am Konsolidierungsprozess im Telekommunikations-Markt werden wir uns nicht aktiv beteiligen. Dies ist eher für die internationalen Telekommunikations-Unternehmen relevant, dafür sind wir nicht groß genug“, sagte Dommermuth.

Es sei auch niemand an ihn herangetreten, um das Zugangsgeschäft mit den Marken 1&1, Web.de und GMX zu kaufen, in dem die Firma Internet und Telefon über Festnetz und mobil sowie Angebote wie Video auf Abruf anbietet. „Ich sehe auch keinen wirtschaftlichen Grund, dieses Wachstumsgeschäft zu verkaufen oder mit einem Unternehmen zusammenzulegen, dessen Geschäft stagniert.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Quartalsbilanz: United Internet punktet bei Kunden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%