Quartalsbilanz
Yahoo enttäuscht und baut Stellen ab

Der Internet-Konzern Yahoo! streicht nach einem erneut deutlichen Gewinneinbruch weltweit mindestens zehn Prozent seiner Stellen. Betroffen sind davon mehr als 1400 Mitarbeiter.

HB SUNNYVALE. Der Überschuss fiel im dritten Quartal um fast zwei Drittel auf 54 Mio. Dollar (41 Mrd. Euro). Der Umsatz legte nur minimal auf 1,79 Milliarden Dollar zu. Im Gesamtjahr werde der Umsatz wegen der Konjunkturflaute schwächer ausfallen als zuletzt erwartet, teilte Yahoo am Dienstagabend nach US-Börsenschluss in Sunnyvale (Kalifornien) mit.

Der Gewinn fiel wie von Experten erwartet aus, der Umsatz blieb dahinter zurück. Börsianer zeigten sich erleichtert, dass Yahoo nicht wie befürchtet noch stärker von der Wirtschaftsflaute erfasst wurde. Deshalb kletterte die Aktie des Unternehmens nachbörslich um acht Prozent. Im Tagesverlauf hatte sie noch um mehr als sechs Prozent auf 12,07 Dollar verloren.

Yahoo beschäftigte zuletzt weltweit rund 14 300 Mitarbeiter und hatte bereits den Abbau von 1 000 Stellen angekündigt. Der Abbau soll nun mit mindestens 1 500 noch höher ausfallen. Falls sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, will der Spezialist für Internet-Werbung nach Angaben vom Dienstag 2009 sogar noch mehr Stellen streichen, um die Kosten zu drücken. Besonders in Ländern mit hohen Lohnkosten sollen Arbeitsplätze wegfallen - dagegen stellt der Konzern in Osteuropa, Indien und Südostasien fleißig Mitarbeiter ein.

Der Konzern bekam schmerzhaft zu spüren, dass viele Firmen angesichts der Wirtschaftsflaute ihre Werbebudgets zusammenstreichen - und zwar nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Asien. Besonders Firmen aus der Reisebranche und dem Einzelhändel hätten Verträge gekündigt. Yahoo-Chef Jerry Yang betonte jedoch, dass sein Konzern zumindest Marktanteile gewinne. Dafür verliert Yahoo im wichtigen Geschäft mit Suchanzeigen immer mehr Boden an den Marktführer Google. Im Sommer hatte Yahoo! eine Übernahme durch den Softwareriesen Microsoft abgelehnt. Der Aktienkurs ist seither drastisch abgestürzt.

Der für Experten wichtige Umsatz ohne die an Vertriebspartner gehenden Erlöse stieg im dritten Quartal von 1,28 auf 1,33 Milliarden Dollar.

Am Jahresende erwartet der Konzern keine Trendwende und stutzte deshalb seine Geschäftsprognosen. Für das vierte Quartal prognostiziert Yahoo Umsatzerlöse zwischen 1,773 und 1,973 Mrd. Dollar und damit maximal einen geringen Anstieg zum Vorjahr.

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