Quartalsergebnis: Google-Zahlen lassen Aktie einbrechen

Quartalsergebnis
Google-Zahlen lassen Aktie einbrechen

Der US-Suchmaschinenbetreier Google hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal wegen stark gewachsener Werbeeinnahmen um 82 Prozent gesteigert. Analysten sind dennoch enttäuscht: Sie hatten viel mehr erwartet. Die Aktie geriet nachbörslich stark unter Druck.

HB NEW YORK. Wie das Unternehmen am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mitteilte, stieg der Nettogewinn im vierten Quartal 2005 auf 372,2 Millionen Dollar oder 1,22 Dollar je Aktie nach 204,1 Millionen Dollar oder 71 Cent je Anteilsschein im Vorjahr. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 1,51 Dollar je Aktie gerechnet; von Thomson Financial befragte Analysten sogar mit 1,76 Dollar.

Grund für den geringer als erwarteten Gewinn war den Angaben zufolge ein unerwartet hoher Steuersatz. Die Steuerquote habe im vierten Quartal 41,8 Prozent betragen im Vergleich zu 34,2 Prozent vor einem Jahr. Vor allem wegen höherer Ausgaben im internationalen Geschäft seien die Gewinne überwiegend zum höheren inländischen Satz besteuert worden, erklärte Google. So hatte Google für 2005 eine durchschnittliche Quote von 30 Prozent angepeilt, während es tatsächlich 31,6 Prozent waren. Für 2006 rechnet das Unternehmen ebenfalls mit 30 Prozent Steuerquote.

Die Google-Aktie wurde im nachbörslichen Handel für das geringere als erwartete Wachstum bestraft. Nachdem der Titel den Handel an der Nasdaq noch mit einem leichten Plus beendet hatte, brach er bis 17.05 Uhr New Yorker Zeit 16,6 Prozent auf 360,78 Dollar ein. Seit dem Börsengang im August 2004 konnten die Aktien allerdings um mehr als 300 Prozent zulegen.

Der Umsatz stieg den Angaben nach um 86 Prozent auf 1,92 Milliarden Dollar. Dies entsprach den Erwartungen. Analysten wiesen aber darauf hin, dass Google seit seinem Börsengang bislang die Umsatzerwartungen ständig um fünf bis acht Prozent übertroffen habe.

Google-Finanzchef Eric Schmidt äußerte sich wie üblich nicht detailliert zu den Aussichten für 2006. Google werde sich weiterhin darauf konzentrieren, die Erfahrungen der Google-Nutzer zu verbessern, damit diese mehr Zeit auf den Seiten der Suchmaschine verbrächten. Schmidt sieht für Google allerdings „enorme Wachstumsmöglichkeiten“. Bei den Innovationen werde Google im laufenden Jahr erheblich zulegen. Auch seien die internationalen Märkte noch sehr wenig von Google durchdrungen.

Google dementierte zudem einen Zeitungsbericht, wonach das Unternehmen mit dem Online-Musikhändler Napster über eine Zusammenarbeit verhandelt. Die Zeitung „New York Post“ hatte in ihrer Dienstag-Ausgabe berichtet, die beiden Unternehmen stünden im Gespräch über eine umfassende Allianz. Dies könne in einer Übernahme Napsters durch Google enden. Erst im Dezember war Google mit einer Milliarde Dollar beim Internet-Anbieter AOL eingestiegen.

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