Quartalsergebnis
Telekom Austria gewinnt im Festnetz Marktanteile

Während in Deutschland der ehemalige Telekom-Konzernchef Kai-Uwe Ricke nicht zuletzt über schwache Zahlen im Festnetz stolperte, kann sein Kollege Boris Nemsic in Österreich punkten. Im Vergleich zur Konkurrenz steht die Telekom Austria gut da, doch im Detail ergibt sich ein differenzierteres Bild.

WIEN. Die Bilder gleichen sich: Während bei der Deutschen Telekom in Bonn der erfolgreiche Mobilfunk-Chef René Obermann zum neuen Unternehmenslenker ausgerufen wird, hat in Wien gestern der ehemalige Chef der Mobilfunksparte Boris Nemsic die Quartalszahlen der Telekom Austria präsentiert. Nemsic hat in diesem Jahr von Heinz Sundt die Führung des österreichischen Ex-Monopolisten übernommen. Bislang kann allerdings auch er nicht verhindern, dass der Umsatz im Festnetzbereich zurückgeht. Die gleiche Situation präsentiert sich auch in der Schweiz: Dort ist Carsten Schloter kurz nach Jahresbeginn an die Spitze der Swisscom gelangt. Der Chef der erfolgreichen Mobilfunksparte schlägt sich seither mit Zahlen für das gesamte Unternehmen herum, die wegen einer schwächelnden Festnetzsparte keinen Aktionär wirklich überzeugen können.

Im Detail allerdings ergibt sich ein differenzierteres Bild: Die Telekom Austria steht im Vergleich zur Konkurrenz gut da, weil sie stark Richtung Osteuropa expandieren konnte. In den ersten neun Monaten hat sie vor allem durch die Konsolidierung der im Vorjahr übernommenen bulgarischen Handytochter Mobiltel zweistellige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn erzielt und damit jetzt die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 3,7 Prozent und in den ersten neun Monaten um 11,4 Prozent auf 3,56 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 24,2 Prozent auf 695,7 Mill. Euro, wie das Unternehmen gestern bekannt gab. Die Zahlen können aber nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass die Telekom Austria im Festnetz-Bereich auch ihre Probleme hat. Nemsic drückte es gestern positiv aus, als er sagte: „Der Anstieg im Breitbandbereich sowohl bei den Umsatzerlösen als auch bei den Kundenzahlen konnte den Rückgang bei der Sprachtelefonie teilweise ausgleichen.“ Dahinter verbirgt sich, dass der Umsatz dank Breitbandtechnik, auf die viele Kunden umgestiegen sind, knapp gleich geblieben, das Betriebsergebnis im Festnetz-Bereich aber wegen massiver Preissenkungen im dritten Quartal um 6,7 Prozent gesunken ist. Die Preissenkungen haben allerdings dazu geführt, dass die Österreicher anders als die Deutsche Telekom, der im Festnetz-Bereich die Kunden weglaufen, Marktanteile gewinnen konnten: Mit 57,3 Prozent liegt der Marktanteil aktuell mehr als einen Prozentpunkt über dem Wert des Vorjahres.

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