Quartalsgewinn eingebrochen
AMD setzt Intel schwer zu

Allzu lange hatte sich der weltgrößte Chiphersteller Intel Zeit gelassen, um seine neuen Doppelkern-Prozessoren auf den Markt zu bringen. Das rächt sich nun. Um 38 Prozent ging der Gewinn im ersten Quartal zurück. Parallel dazu konnte der flinkere Erzrivale AMD zulegen.

HB SAN FRANCISCO. In den ersten drei Monaten fiel der Intel-Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr von 2,15 auf 1,35 Mrd. Dollar (1,09 Mrd.) oder 23 Cent je Aktie, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Die Analysten hatten sich bereits auf einen Rückgang eingestellt und im Schnitt 22 Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz ging zwar ebenfalls merklich von 9,43 auf 8,94 Mrd. Dollar zurück. Er lag damit aber immer noch über den Erwartungen von 8,87 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr rechnet Intel nun mit einem Umsatzrückgang von 3 Prozent. Im Januar hatte der Konzern noch ein Plus von 6 bis 9 Prozent prognostiziert.

Intel, dessen Prozessoren etwa 90 Prozent aller Personal-Computer (PC) weltweit steuern, hatte jüngst Marktanteile an Advanced Micro Devices (AMD) verloren. In der vergangenen Woche hatte AMD mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen deshalb übertroffen. Nach einem Verlust von 17 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum hatte AMD nun 185 Mill. Euro Gewinn eingefahren. Der Umsatz war von 1,23 auf 1,33 Mrd. Dollar gestiegen.

AMD war Intel bei der Markteinführung der so genannten Dual-Core-Technologie zuvorgekommen, die es ermöglicht, zwei Prozessoren auf einem Chip unterzubringen. Damit konnte AMD vor allem im lukrativen Server-Markt punkten. Darauf reagierte Intel unter anderem mit Preissenkungen, was letztlich Gewinn und Umsatz drückte.

Auch im zweiten Quartal wird AMD dem größeren Konkurrenten weiter zusetzen. Die Intel-Prognose für den Umsatz im blieb unter der durchschnittlichen Analystenschätzung: Während das Unternehmen einen Rückgang auf 8,0 bis 8,6 Mrd. Dollar von zuvor 9,23 Mrd. Dollar erwartet, gehen Branchenexperten von 8,79 Mrd. Dollar Umsatz aus.

Branchenexperten warnten nun auch vor allzu großem Optimismus, da Intel weitere Kunden an AMD verlieren könne. AMD-Chef Hector Ruiz strebt nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg bis 2009 einen Marktanteil von 20 bis 30 Prozent im gesamten Chipmarkt an. „Das erste Quartal war ein wenig besser als erwartet“, sagte Analyst Eric Ross von Think Equity Partners. Die Prognose sei schlechter ausgefallen als er es kalkuliert habe. „Wir befinden uns in einem für Intel schwierigen Quartal.“

„Das wichtigste in diesem Quartal ist, dass wir die Mitte unserer revidierten Umsatzprognose getroffen haben“, sagte Intel-Finanzchef Andy Bryant am Mittwochabend. Zudem habe der Konzern seinen Marktanteil gemessen an Stückzahlen gehalten. Der Konzern hatte im März seine Umsatzerwartung für das erste Quartal auf 8,7 bis 9,1 Mrd. Dollar von zuvor 9,1 bis 9,7 Mrd. Dollar gesenkt.

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