Quartalsgewinn um 41 Prozent gestiegen
Verruchte Hausfrauen machen Disney Freude

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat den Quartalsgewinn deutlich gesteigert. Dies ist vor allem den Zuwächsen in der TV-Sparte sowie den guten Besucherzahlen in den Vergnügungsparks zu verdanken.

HB LOS ANGELES. Der Nettogewinn sei in den drei Monaten bis Ende Juni um 41 % gestiegen, teilte Disney am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Die Fernsehsender der Gruppe steigerten ihren Gewinn um 48 %, was das Unternehmen unter anderem auf den Erfolg der Serie „Desperate Housewives“ zurückführte.

Die Zuschauerzahlen beim Sender ABC seien im vergangenen Jahr unter anderem wegen dieser Serie gestiegen und hätten damit zu höheren Werbe-Einnahmen geführt. Der Sport-Kabelsender ESPN habe zudem von höheren Gebühren und einem Abonnenten-Zuwachs profitiert.

Die Unterhaltungsparks Disneyland und Walt Disney World nahmen dank höherer Besucherzahlen und -ausgaben sechs Prozent mehr ein. Dabei half auch das 50-jährige Disney-Jubiläum. Die Disney-Filmstudios verbuchten dagegen angesichts rückläufiger Videoumsätze einen operativen Verlust von 34 Mill. Dollar. Der Umsatz in dieser Sparte sank um 15 % auf 1,5 Mrd. Dollar. Es wirkten sich hier vor allem rückläufige DVD-Verkäufe an die Konsumenten und fehlende neue Superhits an den Kinokassen aus.

Unter dem Strich habe das Unternehmen 851 Mill. Dollar oder 41 Cent je Aktie verdient. Ein Jahr zuvor hatte der Nettogewinn noch 604 Mill. Dollar betragen. Befragte Analysten hatten für das abgelaufene Quartal im Schnitt mit 39 Cent je Anteilschein gerechnet. Der Umsatz kletterte den Angaben zufolge auf 7,7 Mrd. Dollar nach 7,5 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Hier hatten Analysten jedoch mit 7,9 Mrd. Dollar gerechnet.

Disney und der am 30. September ausscheidende Konzernchef Michael Eisner verbuchten außerdem vor einem Gericht in Delaware in einer Aktionärsklage einen Sieg. Der Richter entschied, dass die Gesellschaft und Eisner rechtmäßig gehandelt hatten, als sie den Firmenpräsidenten Michael S. Ovitz nach nur kurzer Zeit im Amt mit einer riesigen Abfindung wieder entlassen hatten. Die Kläger hatten behauptet, der Disney-Verwaltungsrat habe seine Pflichten unzureichend erfüllt, als er die Anstellung von Ovitz durch Eisner im Jahr 1995 billigte und dann zuließ, dass Ovitz 14 Monate später mit einem Abstandspaket von rund 130 Mill. Dollar wieder ging. Sie kündigten Berufung an.

Disney-Papiere, die im vergangenen Monaten sieben Prozent zugelegt hatten, gaben am Dienstag im nachbörslichen Handel rund 1,5 % auf 25,75 Dollar nach.

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