Quartalsgewinn verdoppelt
Rekordergebnis bei Bertelsmann

Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann ist ein Traumstart ins Jahr 2006 gelungen: Dank florierender Geschäfte in Europa und den USA steigerte der Medienriese in den ersten drei Monaten den Konzernumsatz und das Betriebsergebnis deutlich.

HB FRANKFURT. „Bertelsmann ist hervorragend in das Jahr gestartet“, sagte Finanzvorstand Thomas Rabe am Mittwoch. Der Gewinn verdoppelte sich fast auf 90 Mill. Euro. Vor Steuern und Zinsen erzielte Bertelsmann (Ebit) einen Gewinn von 224 Mill. Euro nach 129 Mill. im Vorjahresquartal. Der Konzernumsatz kletterte um 17,3 Prozent auf 4,46 Mrd. Euro, wie der Gütersloher Medienkonzern mitteilte. Der Expansionskurs soll fortgesetzt werden. Für den möglichen Börsengang im nächsten Jahr sehen sich die Gütersloher gerüstet.

Zum guten Ergebnis hätten insbesondere die Akquisitionen im vergangenen Jahr beigetragen, sagte Rabe. 2005 hatte Bertelsmann den britischen Fernsehsender Five komplett übernommen, den DVD-Versender Columbia House gekauft und die Mehrheit an dem „Auto Motor und Sport“-Verleger Motor-Presse Stuttgart erworben. Ohne die Zukäufe und ohne Wechselkurseffekte wäre der Umsatz um 4,5 Prozent gewachsen.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Bertelsmann seine Prognose, wonach Umsatz- und Ergebnis spürbar verbessert werden sollten. Dazu setzt das Medienunternehmen auf Zukäufe und die Expansion in neue Märkte. 2005 hatte der Medienkonzern bei einem Umsatz von 17,9 Mrd. Euro einen Gewinn nach Fremdanteilen von 1,04 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Der Medienkonzern bekräftigte, für einen Börsengang bestens aufgestellt zu sein. Ein Bertelsmann-Sprecher wiederholte: „Von Ende Mai an, hat GBL das Recht einen Börsengang zu verlangen, wir warten jetzt ab, wie sie sich entscheiden. Wir sind bereit für einen möglichen Börsengang.“ Der belgische Großaktionär Groupe Bruxelles Lambert (GBL) hatte angekündigt, seinen Bertelsmann-Anteil von 25,1 Prozent 2007 platzieren zu wollen. Doch will die Bertelsmann-Eigentümerfamilie Mohn den Gang aufs Parkett Branchenkennern zufolge blockieren und das GBL-Aktienpaket stattdessen zurückkaufen.

Der GBL-Anteil könnte aber weit weniger wert als die fünf Mrd. Euro, die sich GBL-Chef Albert Frere Presseberichten zufolge vorstellt. Ein Vergleich mit Konkurrenten aus Europa und den USA zeigt, dass das Paket an der Börse wohl nicht mehr als 3,5 Mrd. Euro wert wäre. Bertelsmann ist das viertgrößte Medienunternehmen weltweit und konkurriert mit Konzernen wie Time Warner, News Corp, Walt Disney, Lagardere, Vivendi, Viacomund CBS. Im Durchschnitt liegt der Börsenwert dieser Unternehmen 8,5 Mal höher als das für 2006 erwartete operative Ergebnis (Ebitda). Auf Bertelsmann übertragen bedeutet das, dass der GBL-Anteil nur drei bis 3,5 Mrd. Euro wert wäre - und Liz Mohn bei einem Rückkauf weit weniger zahlen müsste als gedacht.

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