Quartalsumsatz gesteigert
Reuters enttäuscht Börsianer

Im dritten Quartal hat der britische Nachrichten- und Informationskonzern Reuters seinen Umsatz gesteigert. Der Geschäftsausblick auf die gesamte zweite Jahreshälfte enttäuschte die Börsianer jedoch, die Aktie verlor darauf am Donnerstag in London mehr als vier Prozent auf 351 Pence.

HB LONDON. „Wir kommen in Schwung“, sagte Reuters-Finanzchef David Grigson nach Vorlage der Quartalszahlen. Der Trend weise eindeutig nach oben. Das Umsatzplus von 1,5 % im abgelaufenen Vierteljahr lag im Rahmen der Erwartungen. Im Quartal zuvor hatte Reuters erstmals seit knapp vier Jahren wieder steigende Einnahmen verbucht. Für das gesamte zweite Halbjahr bekräftigte Reuters die Wachstumsprognose von ein bis zwei Prozent. Einige Analysten hatten jedoch auf mehr gehofft.

Die regelmäßigen Einnahmen im Kerngeschäft mit Abonnenten von Finanzdaten und Nachrichten legten ohne Berücksichtigung von Zukäufen um 1,5 % auf 574 Mill. Pfund (rund 840 Mill. €) zu. Analysten hatten im Schnitt mit 571 Mill. Pfund gerechnet. Dabei erzielte Reuters in allen Regionen - Europa, Asien und Amerika - Zuwächse. „Auch Europa als Ganzes, einschließlich Großbritannien, hat erstmals seit langem positiv abgeschnitten“, sagte Grigson. Das Unternehmen verzeichnete in den drei Monaten bis Ende September zudem das dritte Quartal in Folge mehr Bestellungen als Kündigungen - ein wichtiger Indikator für künftiges Umsatzwachstum.

Den Gesamtumsatz für das dritte Quartal bezifferte der Konzern mit 611 Mill. Pfund, ein Plus von einem Prozent auf vergleichbarer Basis. Reuters-Chef Tom Glocer sprach von einem ermutigenden Start der neuen Wachstumsstrategie „Core Plus“, die er im Sommer den Investoren vorgestellt hatte. Im Rahmen dieses Plans will der Konzern in Wachstumsmärkten wie Indien und China investieren und damit die Krise endgültig hinter sich lassen. In den vergangenen Jahren hatte Reuters mit einem strikten Sparprogramm seine Kostenbasis deutlich reduziert.

Glocer lehnte es ab, Prognosen für das kommende Jahr abzugeben. Er betonte lediglich, seit der Präsentation des Wachstumsplans habe sich nichts geändert. Das Programm sieht bis 2008 jährliche Zuwachsraten von fünf bis sieben Prozent vor. Enttäuscht äußerten sich einige Analysten darüber, dass Reuters die Prognose für die zweite Jahreshälfte nicht heraufsetzte. Angesichts des Aufschwungs in der Finanzbranche hätten dies einige erwartet, hieß es einem Kommentar vom Brokerhaus Numis. Glocer erklärte, dieser Trend wirke sich zwar grundsätzlich positiv aus. „Doch nicht das gesamte Wachstum der Investmentbanken schlägt auf Reuters durch.“

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