Quartalszahlen: Anzeigenflaute lässt Yahoo-Umsatz stagnieren

Quartalszahlen
Anzeigenflaute lässt Yahoo-Umsatz stagnieren

Die Werbeeinnahmen sanken zu Jahresbeginn deutlich. Der Gewinn stieg nur dank Einsparungen und gut laufender Beteiligungen. Die Börsianer sind enttäuscht von den Leistungen der glamourösen Konzernchefin.
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San FranciscoDer Internetpionier Yahoo hat auf dem Weg aus der Krise einen Rückschlag erlitten. Die Geschäfte liefen zu Jahresbeginn schwächer als erwartet. Zwar stieg der Gewinn, doch der Umsatz stagnierte. Vor allem die Werbeeinnahmen fielen enttäuschend aus. Auch die Zahl der Nutzer von Yahoos Internetangeboten ging zurück.

Vorstandschefin Marissa Mayer beteuerte am Dienstagabend zwar, der Konzern sei bei der angestrebten Rückkehr zu alter Stärke auf Kurs. Sie mahnte jedoch Geduld an. Eine rasche Besserung sei nicht in Sicht, in der zweiten Jahreshälfte seien aber erste Anzeichen auszumachen. Die Anleger konnte sie damit nicht überzeugen: Die in Deutschland notierten Yahoo-Aktien verloren mehr als fünf Prozent.

Die Wiederbelebung des einstigen Online-Primus sei ein langfristiges Projekt, bekräftigte Mayer, die seit vergangenen Juli an der Spitze des Unternehmens steht. Mit ihr hatte der Konzern den dritten Chef innerhalb eines Jahres bekommen. Sie verordnete Yahoo die Rückbesinnung auf alte Stärken und setzt auf das mobile Internet. Neue Produkte und Dienste seien von essenzieller Bedeutung, das Ruder bei Yahoo herumreißen zu können, sagte Mayer. Das mobile Internet wird auch für die Rivalen Google und Facebook immer wichtiger, weil Menschen zunehmend mit Smartphones und Tablet-Computern im Internet surfen und E-Mails lesen.

Yahoo mache vor allem dabei Fortschritte, die wachsende Zahl an Smartphone-Nutzern für sich zu gewinnen, sagte die Konzernchefin. Deren Zahl sei auf monatlich 300 Millionen gestiegen von 200 Millionen im vierten Quartal. Nicht ausgezahlt hat sich bislang eine auf zehn Jahre angelegte Suchmaschinen-Partnerschaft mit Microsoft. Der durchschnittliche Umsatz pro Suche liegt unter dem aus dem Jahr 2010 als die Zusammenarbeit vereinbart wurde.

Nach dem Wechsel von Google zu Yahoo hat Mayer dem einstigen Suchmaschinen-Vorreiter mit Hilfe von neu gestalteten Internetseiten und hinzugekauften Startups eine Frischzellenkur verpasst. Doch Hinweise auf eine deutliche Verbesserung der Lage von Yahoo sind in der Bilanz für das erste Quartal diesmal nur schwer zu finden. Der Gewinn stieg zwar um 36 Prozent auf 390 Millionen Dollar.

Allerdings trat der Nettoumsatz ohne die Gebühren von Partnerunternehmen bei 1,07 Milliarden Dollar auf der Stelle und blieb hinter den Markterwartungen zurück. Insbesondere das eigentlich lukrative Geschäft mit Display-Werbung, das etwa 40 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, hatten Analysten besser erwartet. Hier fielen die Einnahmen um elf Prozent. "Das ist ein Kerngeschäft, in dem es für Yahoo noch viel zu tun gibt", sagte Macquarie-Analyst Ben Schachter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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