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Quartalszahlen: Apples Aktie fällt trotz Rekordergebnis

Das iPhone hat seinen Sensationswert offenbar eingebüßt: Hersteller Apple unterschritt mit seinen Verkaufszahlen die Erwartungen der Analysten - obwohl das Unternehmen erneut Rekordwerte erreichte.

Apple hat seine Geschäftszahlen vorgelegt. Quelle: dpa
Apple hat seine Geschäftszahlen vorgelegt. Quelle: dpa

San Francisco/CupertinoDie Sorgen um das weitere Wachstum von Apple gewinnen die Oberhand. Trotz eines neuerlichen Rekordergebnisses brach die Aktie des US-Elektronikkonzerns am Mittwoch im nachbörslichen New Yorker Handel um mehr als 10 Prozent ein. Mit einem Schlag verpufften annähernd 50 Milliarden Dollar oder umgerechnet 38 Milliarden Euro an Börsenwert - das ist soviel, wie die Deutsche Telekom derzeit insgesamt auf die Waage bringt.

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Dabei sahen die Zahlen auf den ersten Blick gar nicht schlecht aus: Apple schafft ein neuerliches Rekordergebnis. Im Weihnachtsquartal verkaufte der kalifornische Elektronikkonzern so viele iPhones und iPads wie niemals zuvor. Die Smartphone-Verkäufe stiegen im Vergleich zum bereits überragenden Vorjahreszeitraum von 37,0 auf 47,8 Millionen. Die Tablet-Verkäufe nahmen von 15,4 auf 22,9 Millionen zu, wie Apple am Mittwoch berichtete.

Die Evolution des iPhone

  • iPhone - die erste Generation

    Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

  • iPhone 3G

    Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

  • iPhone 3GS

    Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

  • iPhone 4

    Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

  • iPhone 4S

    Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

  • iPhone 5

    Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

  • iPhone 5C und 5S

    Das iPhone 5c und das iPhone 5s sind die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Es ist weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Ohne Vertrag kostet es 600 Euro und damit rund 100 Euro günstiger als das neue Top-Modell. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Dank der Rekordverkäufe konnte Apple auch einen Rekordumsatz erzielen: Er stieg um 18 Prozent auf 54,5 Milliarden Dollar (41 Mrd Euro). Dem standen allerdings höhere Entwicklungs-, Fertigungs- und Marketingkosten für zahlreiche neue Produkte gegenüber. Dadurch stagnierte der Gewinn: Im ersten Geschäftsquartal verdiente Apple unter dem Strich 13,07 Milliarden Dollar nach 13,06 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie ging sogar zurück - auf 13,81 Dollar von 13,87 Dollar.

Doch der Grund für den Kursverfall lag anderswo: Mit dem Verkauf seines iPhones hat Apple die Erwartungen der Analysten enttäuscht, sie hatten mit einem Absatz von rund 50 Millionen Stück gerechnet. Zudem war der Umsatz im ersten Geschäftsquartal mit 54,5 Milliarden Dollar etwas niedriger als erwartet. Die von Thomson Reuters befragten Analysten waren im Schnitt von Erlösen in Höhe von 54,73 Milliarden Dollar ausgegangen. Zudem war ihnen die Prognose für das laufende Quartal zu zurückhaltend. Apple erwartet einen Umsatz zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar.

„Es war enttäuschend“, sagte Gene Munster von der US-Investmentbank Piper Jaffray auf Bloomberg TV. Er gehört zu den renommiertesten Apple-Beobachtern. Die iPhone-Verkäufe hätten die Stimmung total vergiftet, erläuterte er den Kursrutsch. Apple-Chef Tim Cook verteidigte die Geschäftszahlen in einer Telefonkonferenz mit Analysten: „Kein Technologieunternehmen hat jemals solch ein Ergebnis erreicht.“

Die wichtigsten Akteure bei Apple

  • Tim Cook

    Apple-Gründer Steve Jobs holte den Computermanager Tim Cook 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs’ kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Ein revolutionäres Produkt wie das iPhone hat er bislang aber nicht vorstellen können.

  • Jony Ive

    Der britische Designer Jonathan „Jony“ Ive stieß schon Anfang der 90er-Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. In seiner aktuellen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten wie auch der Software kommt er dieser Führungsrolle nahe.

  • Eddy Cue

    Der Manager ist „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Er soll auch die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüsselbereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

  • Phil Schiller

    Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Firmenchef Tim Cook tritt bei Produktvorstellungen meist in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

Schon vor der Zahlenvorlage hatten sich die skeptischen Stimmen geäußert, ob Apple nicht langsam die Grenzen seines Wachstums erreicht habe. Bei den Mac-Computern gab es tatsächlich einen Verkaufsrückgang von 5,2 auf 4,1 Millionen. Die Zahl der verkauften iPod-Musikspieler fiel weiter von 15,4 auf 12,7 Millionen.

Neue Gerüchte Wann kommt Apples Maxi-iPhone?

Laut einem Medienbericht will Apple in diesem Jahr ein iPhone mit größerem Display vorstellen. Mit dem Phablet – einer Mischung aus Tablet und Smartphone – würde die Lücke zwischen iPhone und iPad Mini geschlossen.

„Wir vertrauen auf unsere kommenden Produkte“, erklärte Cook. Erwartet wird unter anderem ein billigeres iPhone. Auch um das Apple TV kreisen immer wieder Spekulationen. Ob und wann neue Geräte erscheinen, ist bei Apple wie immer ein großes Geheimnis.

  • 25.01.2013, 18:05 UhrCollie

    Samsung hat es gesagt. Der Markt für Smartphones ist in den reichen Ländern fast gesättigt. Das gilt für Samsung und für Apple. Ich nehme an, dass auch Apple-Aktionäre lesen können und dass sie wissen, dass die Marge bei preiswerten Geräten kleiner ist. Und das pricen sie gerade in die Aktie ein.

  • 24.01.2013, 15:09 UhrStrunz

    Man sieht, dass selbst ein solch hohes Gewinnniveau die Analysten nicht zufrieden stellt und zeigt die Falle des ewigen Innovatinsdruckes.

    Gazprom (nur als Beispiel) zahlt eine ordentliche Dividende, erwirtschaftet meist um 30 Mrd. Euro Gewinn per anno und wird in nächsten 20-70 Jahren ein und dasselbe Produkt verkaufen.

    Aber auch das reicht den Analysten nicht.

    Oftmals ist es einfach besser, wenn ein Unternehmen weniger Verlust ankündigt.

  • 24.01.2013, 01:09 Uhrwlw

    1% Marktantail in Indien, unter 1% in Brasilien, in China von 12 auf 4-5% innerhalb eines Jahres ...
    Keine Perspektive im Business-Segment.
    Nach 11% Verlust heute noch eine Gegenbewegung abwarten, und dann "take the money and run"..
    Weder ein kastriertes iTV noch gute gute Verkäufe in US und Liechtenstein werden das richten.

    Das ist gegessen.

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