Quartalszahlen
Börsianer strafen Google ab

Trotz der weiter steigenden Gewinne kamen die Quartalszahlen des Suchmaschinenbetreibers Google an der Börse alles andere als gut an. Vor allem die hohen Kosten des Internetunternehmens sorgen für Aufregung. „Die Leute haben Geld ausgegeben wie betrunkene Matrosen“, sagt ein Analyst.

HB SAN FRANCISCO. Der US-Internetkonzern Google hat seinen Gewinn im zweiten Quartal zwar um 28 Prozent gesteigert, die Markterwartungen aber dennoch verfehlt. Vor allem gestiegene Kosten durch massive Neueinstellungen zwischen März und Juni begrenzten das Gewinnwachstum. Google-Aktien gaben im nachbörslichen Handel rund sieben Prozent nach.

Für das abgelaufene Vierteljahr wies der Yahoo-Rivale am Donnerstag einen Netto-Gewinn von 925 Millionen Dollar aus nach 721,1 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Ohne Sonderfaktoren betrug der Gewinn 1,12 Milliarden Dollar oder 3,56 Dollar pro Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit drei Cent pro Aktie mehr gerechnet. Es war erst das zweite Mal, dass Google die Markterwartungen nicht erfüllen konnte. Der Umsatz kletterte um 58 Prozent auf 3,87 Milliarden Dollar und traf damit die Expertenprognosen.

„Die (Google-)Leute haben Geld ausgegeben wie betrunkene Matrosen“, sagte Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein. „Die Betriebsausgaben waren viel höher als alle erwartet hatten“. In den drei Monaten stieg die Zahl der Google-Mitarbeiter um fast 13 Prozent auf 13 786 Vollzeitbeschäftigte. Google hat immer wieder erklärt, sich durch neue Mitarbeiter für ein beschleunigtes Wachstum fit zu machen.

Google-Chef Eric Schmidt sagte vor Investoren, er sei beeindruckt von der Fähigkeit Googles in diesem Tempo voranzuschreiten. „Bei unserer Größe und unserem Wachstum beginnen sich die Innovationen normalerweise zu verlangsamen. Aber hier scheinen sie sich zu beschleunigen.“ Google hat sich im vergangenen Jahr auf zahlreiche neue Märkte ausgedehnt: darunter das Online-Videogeschäft, Fernsehen und Unternehmenssoftware.

Google-Aktien notierten nachbörslich bei 508,50 Dollar. Noch zu Börsenschluss hatte das Papier bei 548,59 Dollar und damit in der Nähe seines jüngst erreichten Allzeithochs gelegen. Seit Mitte Mai hatte die Aktie 15 Prozent zugelegt.

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